E-Paper
Fünfstöckiges Wohnhaus getroffen

Mindestens elf Tote nach Raketenangriff auf Selensykjs Heimatstadt Krywyj Rih

Rettungskräfte inspizieren ein durch Raketenangriff beschädigtes mehrstöckiges Wohnhaus in Krywyj Rih.
Rettungskräfte inspizieren ein durch Raketenangriff beschädigtes mehrstöckiges Wohnhaus in Krywyj Rih.

Kiew. Bei einem russischen Angriff auf die ukrainische Großstadt Krywyj Rih sind nach Angaben der regionalen Behörden mindestens elf Menschen getötet worden. Sieben Leichen seien aus den Trümmern einer Lagerhalle geborgen worden, vier weitere aus einem eingestürzten Wohngebäude, teilte der Gouverneur der Region Dnipropetrowsk, Serhij Lyssak, bei Telegram mit. Bürgermeister Olexandr Wilkul berichtete von 28 Verletzten.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, es habe die operative Reserve der ukrainischen Armee und Depots mit westlichen Waffen angegriffen. Alle anvisierten Ziele seien getroffen worden.

+++ Alle Entwicklungen zum Krieg gegen die Ukraine im Liveblog +++

Selenskyj: „Mehr terroristische Raketen“

Lyssak teilte hingegen mit, dass unter anderem ein fünfstöckiges Wohnhaus getroffen worden sei und dass dort ein Brand ausgebrochen sei. Russland habe bei dem Angriff Marschflugkörper eingesetzt.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Krywyj Rih ist die Heimatstadt des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Über dessen Telegram-Kanal verbreitete Bilder vom Angriffsort zeigten Feuerwehrleute, die gegen den Brand ankämpften, sowie verkohlte Fahrzeuge. „Mehr terroristische Raketen“, schrieb Selenskyj. „Russische Killer setzen ihren Krieg gegen Wohnhäuser, normale Städte und Menschen fort.“

Städtische Arbeiter helfen bei der Bergung, an einem mehrstöckigen Wohnhaus in Krywyj Rih, welches durch einen Raketenangriff beschädigt wurde.
Städtische Arbeiter helfen bei der Bergung, an einem mehrstöckigen Wohnhaus in Krywyj Rih, welches durch einen Raketenangriff beschädigt wurde.

Der Luftangriff war Teil einer Serie von Attacken, die in der Nacht ukrainische Regionen trafen. Dazu gehörte Charkiw, die zweitgrößte Stadt der Ukraine, die Ziel von Drohnenangriffen wurde. Die umliegende Region wurde ebenfalls beschossen, wie Gouverneur Oleh Synjehubow auf Telegram mitteilte. Durch den Beschuss seien zwei Zivilisten – ein 33-jähriger Mann und eine 44-jährige Frau – in Schewtschenkowe südöstlich von Charkiw verletzt worden.

Der Bürgermeister von Charkiw, Ihor Terechow, teilte mit, der Drohnenangriff habe ein Versorgungsunternehmen und ein Lagerhaus im Nordosten der Stadt beschädigt. Über mögliche Todesopfer wurde nichts bekannt.

Der Krisen-Radar

RND-Auslandsreporter Can Merey und sein Team analysieren die Entwicklung globaler Krisen im neuen wöchentlichen Newsletter zur Sicherheitslage – immer mittwochs.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Auch Kiew unter Beschuss

Die Kiewer Militärverwaltung meldete, dass auch die Hauptstadt am Dienstag unter Beschuss geraten sei. Die Raketen seien jedoch von der Luftabwehr zerstört worden, es gab keine Berichte über Verletzte. Der ukrainische Generalstab teilte bei Facebook mit, die Luftabwehr habe in der Nacht zehn von 14 Marschflugkörpern der Russen sowie eine von vier Shahed-Drohnen abgeschossen.

Das russische Verteidigungsministerium veröffentlichte ein Video, das angeblich einen deutschen Leopard-2-Panzer und ein US-Bradley-Kampffahrzeug zeigte, die die Russen von den ukrainischen Soldaten erobert hätten. Die Videoaufnahmen seien nach heftigen Kämpfen in Saporischschja entstanden, hieß es. Die Echtheit des Videos konnte nicht verifiziert werden.

Chef der ukrainischen Bodentruppen: Russen verlieren „Stellungen an den Flanken“

Neben der Gegend von Bachmut haben die ukrainischen Soldaten auch in Saporischschja ihre Gegenoffensive verstärkt. Die ukrainische Vizeverteidigungsministerin Hanna Maljar sagte, ukrainische Truppen griffen außerdem in Marinka und Lyman in der Region Luhansk an.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Der Chef der ukrainischen Bodentruppen, Olexandr Syrskyj, ließ bei Telegram wissen, die Truppen kämen außerhalb Bachmuts in der ostukrainischen Region Donezk voran. Die Russen würden „Stellungen an den Flanken“ verlieren.

Ein Vertreter der von Moskau eingesetzten Verwaltung in den von Russland besetzten Teilen Saporischschjas, Wladimir Rogow, sagte dagegen, die Gegenoffensive der Ukraine sei gescheitert. Die ukrainischen Soldaten erlitten kolossale Verluste, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Er führte dies nicht weiter aus. Unabhängig überprüft werden konnten seine Angaben nicht.

Ukraine erobert Dörfer zurück - Moskau bestätigt Erfolge nicht

Die Ukraine meldet seit Wochen kleine Bodengewinne westlich von Bachmut, das im Mai von den russischen Truppen eingenommen wurde. Das Büro von Selenskyj teilte mit, im Laufe des vergangenen Tages seien beim Vormarsch der ukrainischen Soldaten knapp ein Dutzend von ihnen kontrollierte Städte und Dörfer in Donezk an der Front unter Beschuss geraten.

Am Montag hatte Maljar von kleinen Erfolgen in der Anfangsphase der Gegenoffensive berichtet. Die ukrainischen Truppen hätten in der vergangenen Woche insgesamt sieben Dörfer auf einer Fläche von 90 Quadratkilometern zurückerobert, sagte Maljar. Russland bestätigte diese ukrainischen Erfolge nicht. Russland hat etwa ein Fünftel des ukrainischen Staatsgebiets besetzt.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

RND/AP

RGA Inhalte als bevorzugte Quelle markieren — dann erscheinen unsere Artikel häufiger in Ihren Google-Schlagzeilen.Inhalte in den Google-Schlagzeilen bevorzugen?
Bevorzugen