Ziele, Teilnehmer und Ablauf

COP30 in Brasilien: Was Sie über die Weltklimakonferenz wissen müssen

Krisentreffen am Amazonas. In Belém läuft die 30. Weltklimakonferenz.

Zum ersten Mal seit 1992 findet eine Klimakonferenz wieder in Brasilien statt. Die symbolische Nähe zum Amazonas, die demokratische Ausrichtung und der Tropenwald-Fonds machen die COP30 besonders. Gleichzeitig gilt das Treffen bei vielen als eine „letzte Chance“, um entscheidende Maßnahmen zu vereinbaren, die globale Erwärmung zu bremsen.

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Welche Erwartungen richten sich an die Konferenz? Wie positioniert sich Deutschland – und welche Auswirkungen hat die Abwesenheit von US-Präsident Donald Trump auf den Klimagipfel?

Wer nimmt an der COP30 teil?

Am Klimagipfel nehmen Vertreterinnen und Vertreter aus rund 200 Staaten teil, darunter Regierungschefs, Umweltminister und Delegierte internationaler Organisationen. Auch die Wissenschaft, NGOs und Aktivistinnen und Aktivisten sind vor Ort, um Klimaschutzstrategien zu diskutieren und Maßnahmen zur Anpassung an die Erderwärmung abzustimmen.

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Nach drei Jahren in autoritär regierten Staaten kehrt die Konferenz zudem erstmals wieder in ein demokratisches Land zurück, in dem Aktivistinnen und Aktivisten leichter Kritik äußern können. Dies zeigte sich bereits am dritten Tag der Klimakonferenz: Indigene Aktivisten drangen in das gesicherte Gelände von Belém ein, liefern sich Rangeleien mit Wachen und lösen eine Evakuierung aus. Der Zwischenfall bringt Gastgeber Brasilien unter Druck.

Weltklimakonferenz in Brasilien: Über was wird jetzt verhandelt?
Die Weltklimakonferenz findet in diesem Jahr in Belém statt – einer der wichtigsten Städte des brasilianischen Amazonasgebietes.

Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva möchte die COP30 eigentlich nutzen, um die internationale Aufmerksamkeit auf den Schutz der Tropenwälder zu lenken und die Bedeutung entschlossener Klimapolitik zu unterstreichen.

Ablauf: Wie lange dauert die UN-Klimakonferenz in Brasilien?

Der Klimagipfel dauert zwei Wochen – vom 10. bis 21. November 2025 – und findet direkt am Amazonas-Regenwald statt.

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In der ersten Woche präsentieren die Delegationen ihre Prioritäten, sondieren die Positionen anderer Staaten und stellen Aktionspläne sowie Finanzierungszusagen vor. In der zweiten Woche stoßen nationale Minister hinzu, um über die abschließenden Entscheidungen zu verhandeln – einschließlich rechtlicher und technischer Details.

Was ist das Ziel der COP30?

Bei der Klimakonferenz wird über Klimaschutzmaßnahmen beraten, Anpassungsstrategien an die Folgen des Klimawandels koordiniert und die Umsetzung der Ziele des Pariser Abkommens von 2015 überprüft.

Ziel ist es, als globale Staatengemeinschaft verbindliche Pläne zur Reduzierung von Treibhausgasen und zum Schutz der Tropenwälder zu beschließen.

Von den Teilnehmerstaaten werden zudem konkrete Finanzzusagen für Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an die Folgen der Erderwärmung erwartet. Brasilien will den Schutz der Tropenwälder mit einem neu geschaffenen Tropenwald-Fonds fördern.

Vor dem Klimagipfel in Brasilien: „In keinem relevanten Sektor auf Kurs“

Am 10. November beginnt in Brasilien der Klimagipfel COP30. Dafür kommen die Staaten zusammen, die vor zehn Jahren das Pariser Abkommen zur Reduktion der Treibhausgase unterzeichnet haben. Wie sieht die Bilanz der Bemühungen aus? Einschätzungen von Experten.

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Welche Folgen des Klimawandels drohen, wenn die Ziele nicht erreicht werden?

Ohne wirksame Gegenmaßnahmen steuert die Welt laut den Vereinten Nationen derzeit auf eine Erwärmung von bis zu 2,8 Grad Celsius bis zum Jahr 2100 zu.

Das hätte gravierende Folgen: Häufigere und heftigere Stürme, Überschwemmungen, Dürren und Waldbrände sowie ein steigendes Risiko sogenannter Kipppunkte, die unumkehrbare Veränderungen in den globalen Ökosystemen auslösen könnten.

Wie hängt der Klimawandel mit Migration zusammen?

Extreme Wetterereignisse und steigende Meeresspiegel – Folgen der Erderwärmung treiben Menschen weltweit in die Flucht. Allein in den vergangenen zehn Jahren mussten laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk etwa 250 Millionen Menschen wegen Wetterkatastrophen ihre Heimat verlassen – das entspricht rund 70.000 Klimaflüchtlingen pro Tag.

Trump nicht dabei: Welche Rolle spielen die USA auf der COP30?

Die USA nehmen offiziell nicht an der COP30 teil. Präsident Donald Trump hatte bereits den Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen unterzeichnet und bezeichnet den Klimawandel weiterhin als „großen Betrug“. Der fehlende US-Beitrag betrifft vor allem Finanzhilfen für ärmere Länder sowie die Unterstützung von UN-Klimaprojekten.

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Auch eine Delegation aus den USA wird in Belém nicht erwartet. Laut der Entwicklungsorganisation Oxfam ist dies angesichts der ablehnenden Haltung der Trump-Administration gegenüber Klimaschutz jedoch nicht zwangsläufig nachteilig für die Verhandlungen.

Was plant China beim Klimaschutz?

China hat angekündigt, seine CO₂-Emissionen bis 2035 um sieben bis zehn Prozent gegenüber dem nationalen Höchststand zu senken und den Anteil nicht-fossiler Energien auf über 30 Prozent zu erhöhen.

Langfristig strebt das Land an, bis 2060 klimaneutral zu werden. Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen bekennt sich China weiterhin zu den internationalen Klimazielen und betont seine Verantwortung im globalen Klimaschutz.

Welche Position nehmen Deutschland und die EU ein?

Deutschland und die Europäische Union treten mit abgeschwächten Klimazielen zur COP30 an. Im Vorfeld der Konferenz trafen sich die EU-Mitgliedstaaten zu Vorverhandlungen, um mit einer gemeinsamen Linie aufzutreten. Am Ende einigten sich die EU-Umweltminister auf ein neues Klimaziel, das jedoch hinter den Vorschlägen der EU-Kommission und den wissenschaftlichen Empfehlungen zurückbleibt.

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Demnach will die EU ihre Treibhausgasemissionen bis 2040 um 90 Prozent reduzieren – bis zu fünf Prozent davon können über ausländische Emissionszertifikate ausgeglichen werden.

Deutschland plant, den internationalen Tropenwald-Fonds zu unterstützen, hält sich jedoch bei finanziellen Zusagen bislang zurück.

Bundeskanzler Friedrich Merz machte vor der Konferenz deutlich: „Deutschland hat ungefähr ein Prozent der Weltbevölkerung, wir stellen ungefähr zwei Prozent des Problems dar. Selbst wenn wir morgen klimaneutral wären, würde keine einzige Naturkatastrophe auf der Welt weniger geschehen.“

Für Deutschland sei der Weg klar, so Merz weiter: „Wir setzen auf Innovation und Technologie, um dem Klimawandel erfolgreich Einhalt zu gebieten. Unsere Wirtschaft ist nicht das Problem – sie ist der Schlüssel, um unser Klima noch besser zu schützen.

Was ist der Tropenwald-Fonds (TFFF) und warum ist er wichtig?

Brasilien hat die Einrichtung des Tropical Forest Forever Facility (TFFF) initiiert – eines Fonds, der mit 25 Milliarden US-Dollar von Staaten und weiteren 100 Milliarden US-Dollar aus privaten Investitionen ausgestattet werden soll.

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1,5 Grad kaum noch möglich: Welche Hoffnungen verbinden sich mit der COP30?

Ein Erfolg der COP30 wäre ein verbindliches Maßnahmenpaket, das den globalen Temperaturanstieg so weit wie möglich begrenzt – idealerweise auf deutlich unter 2,8 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Niveau.

Das international vereinbarte Ziel, die Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, gilt laut aktuellen Prognosen der Vereinten Nationen als kaum noch erreichbar – schon innerhalb des nächsten Jahrzehnts könnte diese Marke überschritten werden. Die COP30 soll daher vor allem Wege aufzeigen, wie sich die schlimmsten Folgen der Erderwärmung noch abmildern lassen.

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