„Die schwierigsten Zustände“ drohten

Grünen-Chefin Lang: Wiederwahl Trumps wäre „verheerend“

Die Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang.

Am Rande der Münchener Sicherheitskonferenz hat sich Grünen-Chefin Ricarda Lang sehr besorgt hinsichtlich einer möglichen zweiten Amtszeit Donald Trumps als US‑Präsident gezeigt. Im Interview mit dem Nachrichtenportal „t-online“ rief sie Deutschland dazu auf, sich auf „die schwierigsten Zustände“ vorzubereiten.

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Die Grünen-Chefin hatte bei einem Plenum der Sicherheitskonferenz mit dem republikanischen Senator von Ohio und Trump-Verbündeten J. D. Vance unter anderem über die umstrittene Äußerung Trumps vor rund einer Woche diskutiert und sich mit ihm auf offener Bühne gestritten. Trump hatte die Beistandspflicht der Nato infrage gestellt, als er ankündigte, im Angriffsfall nur noch jenen Verbündeten Beistand zu leisten, die ihr 2‑Prozent-Ziel einhielten. Zudem sagte der Präsidentschaftsbewerber, er würde den Russen empfehlen, „zu tun, was auch immer zur Hölle sie tun wollen“.

Vance versuchte, die Äußerung bei der Sicherheitskonferenz zu relativieren, Lang bezeichnete die Reaktion des US‑Senators im Nachhinein als „ziemlich skandalös“: Trump habe nicht nur allgemein über europäische Verteidigungsausgaben gesprochen, sondern er habe „Putin signalisiert, dass er im Zweifel nicht hinter der Ukraine steht“, sagte Lang.

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Europa sollte auf eigenen Beinen stehen

Lang bedauerte, dass sich nur noch wenige Republikaner trauten, Trump öffentlich die Stirn zu bieten. „Vor zehn Jahren wäre das undenkbar gewesen: Dass ein möglicher Präsidentschaftskandidat dieser Partei sich hinstellt und Russland sagt: ‚Greif ein Nato-Land an, ich werde nichts tun‘“, so Lang. Sollte Trump tatsächlich noch ein zweites Mal US‑Präsident werden, würde das die Gefahr bergen, dass Putin den Krieg in der Ukraine zu seinen Bedingungen fortsetzen könnte – und zwar so lange, bis er die gesamte Ukraine erobert habe. „Damit würde Trump die Ukraine aufgeben. Das ist das Gegenteil von verantwortungsvoller Politik“, so Lang gegenüber „t-online“.

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Noch seien die USA ein stabiler Partner für Deutschland, sagte die Grünen-Politikerin. Doch eine Wiederwahl Trumps wäre für die USA und auch für Deutschland „veheerend“. Nicht nur, aber auch mit Blick auf den Ausgang der Wahlen in den USA sollte Europa stärker auf eigenen Beinen stehen: mehr Fokus in der Außenpolitik auf Sicherheit und Verteidigung sowie einen Ausbau der Produktionskapazitäten in der Rüstungsindustrie für eine schnellere Beschaffung. „Und natürlich müssen Deutschland und Europa stärker als geopolitische und geoökonomische Akteure auftreten“, sagte Lang.

RND/hw

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