Russland setzt angeblich HIV- und Hepatitis-kranke Soldaten an der Front ein
Pokrowsk. Russland schickt offenbar Soldaten mit schweren Infektionskrankheiten wie HIV und Hepatitis in den Krieg gegen die Ukraine. Wie die britische Zeitung „The Telegraph“ berichtet, hat das russische Militär spezielle Einheiten gebildet, deren Mitglieder mit Armbinden als krank gekennzeichnet sind. Sie seien zuletzt an der Front um Pokrowsk gesichtet worden – eine strategisch wichtige Stadt im Osten der Ukraine, die seit Monaten Ziel einer blutigen Offensive des Kremls ist.
„Es gibt derzeit Informationen, dass diese Einheiten in den Kämpfen an dem aktuell heißesten Punkt – Pokrowsk – eingesetzt werden“, sagte Dmytro Zhmailo, Geschäftsführer des ukrainischen Thinktanks Ukrainian Security and Cooperation Centre (USCC), der britischen Zeitung.
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Zur vollständigen Ansicht„Verborgene Epidemie“
Die Bildung dieser sogenannten „Infektionseinheiten“ sei ein Anzeichen einer sich verschärfenden Gesundheitskrise in der russischen Armee. Laut dem Bericht steigt die Zahl der HIV-, Hepatitis- und Tuberkulose-Fälle unter Putins Soldaten rapide an. In einer Einheit sei zudem ein Ausbruch eines tödlichen hämorrhagischen Fiebers registriert worden, das Blutungen aus den Augen verursacht. Selbst russische Staatsmedien sprächen inzwischen von einer „verborgenen Epidemie“.
Nach Informationen des USCC wurden die Einheiten innerhalb der 1435. und 1437. motorisierten Schützenregimenter gebildet. Sie hätten an Sturmversuchen auf Pokrowsk teilgenommen und zuvor eine Ausbildung in besetzten Gebieten wie Cherson, Saporischschja und auf der Krim erhalten. „Die Infektionseinheiten sind ähnlich ausgerüstet wie andere russische Militäreinheiten. Der einzige Unterschied ist das Tragen spezieller Armbinden“, sagte Zhmailo.
Gefahren über den Tod hinaus
Ein ukrainischer Soldat berichtete dem „Telegraph“, er und seine Kameraden seien nahe Pokrowsk auf Feinde mit den charakteristischen Binden gestoßen. Für die ukrainischen Truppen berge die Anwesenheit kranker Soldaten zusätzliche Gefahren – auch über den Tod hinaus: HIV und Hepatitis könnten in Blut und Körperflüssigkeiten noch Stunden nach dem Ableben überleben.
Der Einsatz Infizierter gilt Beobachtern als Zeichen wachsender Verzweiflung. „Es gibt keine Tabus – Putin ist fest entschlossen, auf diese Weise weiterzukämpfen“, sagte Hamish de Bretton-Gordon, ein ehemaliger britischer Oberst, dem „Telegraph“. Pokrowsk liege an einer wichtigen Versorgungsroute und sei ein zentrales Ziel russischer Angriffe. „Menschen in den Fleischwolf zu werfen, ist Teil dieser Strategie – und Pokrowsk ist der Fleischwolf.“
Der Experte betonte, Kriege würden nicht nur auf dem Schlachtfeld entschieden, sondern auch durch die Fähigkeit, Soldaten gesund und einsatzfähig zu halten. „Im Moment verliert die russische Armee nicht nur Blut, sondern auch Kampfkraft.“
RND/bab