China hält Seidenstraßen-Gipfel kommende Woche ab – Putin hat Teilnahme zugesagt
Peking. China hält am 17. und 18. Oktober in Peking das dritte Forum zu seiner „Neuen Seidenstraße“ ab. Das teilte das chinesische Außenministerium am Mittwoch mit. Zum Belt and Road Forum (BRI), das zuletzt 2019 stattfand, werden zahlreiche Staatsgäste erwartet. Darunter soll auch der russische Präsident Wladimir Putin sein.
Der Kremlchef hatte seine Teilnahme im September bei einem Treffen mit dem chinesischen Außenminister Wang Yi in Moskau zugesagt, wie die russische Nachrichtenagentur Tass berichtete. Es wäre Putins erste Auslandsreise, nachdem der Internationale Strafgerichtshof im März einen Haftbefehl gegen ihn erlassen hatte. China ist dem sogenannten Römischen Statut des Gerichtshofs im niederländischen Den Haag nie beigetreten und könnte den Haftbefehl daher ignorieren.
Länder begeben sich in Abhängigkeit von China
Die vor zehn Jahren ins Leben gerufene „Neue Seidenstraße“ ist ein weltweites Investitions- und Infrastrukturprojekt Chinas. Deutschland ist offiziell kein Teil davon. Die Initiative umfasst Projekte auf dem Landweg und auf dem Seeweg, die zur „Maritimen Seidenstraße“ gehören. Die „Neue Seidenstraße“ leitet sich von der weltberühmten Seidenstraße ab, einer Handelsroute, die bis in die Antike zurückreicht und sich bis nach Europa erstreckte.
Heute investiert China mit der Initiative in Afrika, Zentralasien und anderen Teilen der Welt in Transportwege, baut etwa Schienen, Straßen, Brücken und Häfen oder kauft sie auf, wie den Hafen von Piräus in Griechenland. Peking schickt meist chinesische Firmen, die die Bauvorhaben vor Ort umsetzen, und tritt auch als Kreditgeber auf. Deshalb wird kritisiert, dass sich vor allem finanzschwache Länder durch die „Neue Seidenstraße“ in eine große Abhängigkeit von China begeben.
RND/dpa