Konsequenz aus Abgas-Affäre

VW will realistischere Werte für CO2-Ausstoß vorlegen

Wolfsburg - Als Konsequenz aus der Abgas-Affäre bei Dieselfahrzeugen will VW künftig bei seinen Modellen realistischere Verbrauchs- und Emissionswerte vorlegen.

Nach Informationen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung werden die Werte dadurch höher ausfallen als bisher angegeben: Im Schnitt würde sich demnach der Kohlendioxid-Ausstoß pro Wagen um zwei Gramm pro gefahrenem Kilometer erhöhen.

Um sein Image aufzupolieren, will der Autokonzern demnach auf bisherige legale Tricksereien bei Emissionstests im Labor verzichten, mit denen die CO2-Werte im Vergleich zum "realen Fahrbetrieb" deutlich gesenkt werden konnten.

Wie der Rechercheverbund unter Berufung auf interne Angaben der Kanzlei Freshfield berichtet, nutzte VW bei den Labortests unter anderem abgefahrene Reifen und vollständig geladene Batterien, um die Emissionswerte zu senken. Zudem seien eigens geschulte Fahrer eingesetzt worden, deren "geschickte" Fahrweise nichts mit dem Alltag auf der Straße zu tun habe. VW hatte die Kanzlei selbst mit den Ermittlungen beauftragt.

Die Änderungen könnten mittelfristig kostenintensive Folgen haben, berichteten WDR, NDR und Süddeutsche Zeitung. Denn ab 2020 müsse EU-weit jedes Gramm CO2, das über einem Flottenverbrauchshöchstwert liegt, mit Strafzahlungen ausgeglichen werden. Deutsche Automobilhersteller trifft das demnach besonders hart: Für VW könnte es zu Strafzahlungen über hunderte Millionen Euro führen.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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