Wegen Kartellabsprachen

Vivil fordert Schadensersatz von Südzucker

Mannheim - Es ist kein einfaches Jahr für die Zucker-Hersteller. Neben den niedrigen Preisen machen dem europäischen Marktführer Südzucker auch mögliche Schadenersatzansprüche zu schaffen.

Der Bonbon-Hersteller Vivil fordert von Südzucker wegen erhöhter Preise Schadensersatz in Millionenhöhe. Wie das Landgericht Mannheim am Freitag bestätigte, verlangt Vivil 1,3 Millionen Euro Schadensersatz von dem Zuckerhersteller. Ein erster Verhandlungstermin ist demnach am 3. Juli. Zuvor hatte das „Handelsblatt“ (Freitag) darüber berichtet. Der Aktienkurs des Unternehmens gab daraufhin kräftig nach.

Hintergrund sind illegale Kartellabsprachen zwischen Südzucker, Nordzucker und Pfeifer & Langen (Diamant-Zucker), wegen derer das Bundeskartellamt bereits ein Millionen-Bußgeld verhängt hatte. Südzucker erhielt mit 195,5 Millionen Euro die höchste Einzelstrafe.

Dem Blatt zufolge prüfen weitere Einzelhändler und Firmen der Süßwarenindustrie nun ihrerseits Schadensersatzklagen. Südzucker hat nach eigenen Angaben bereits Rückstellungen mit Blick auf mögliche Prozessrisiken gebildet.

Die Südzucker-Aktie lag am Freitag zeitweise mit fast acht Prozent im Minus. Noch vor gut zwei Jahren war das Papier 34 Euro und damit gut dreimal soviel wert wie derzeit. Zwar komme die Entwicklung nicht ganz überraschend, doch dürfte die im „Handelsblatt“ genannte mögliche Gesamtsumme der Forderungen von bis zu drei Milliarden Euro einige Anleger schocken, sagte ein Händler. Dem Unternehmen macht bereits der niedrige Zuckerpreis zu schaffen.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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