Geheimdienst

Verfassungsschutz warnt Wirtschaft vor russischer Spionage

Cyberattacke
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Der russische Angriffskrieg wird auch von Cyberangriffen begleitet.

Abgeschnitten von Know-how und Technologien: Die Sanktionen gegen Moskau haben für die russische umfassende Folgen. Das könnte das Risiko für Spionage erhöhen, befürchtet der Verfassungsschutz.

Köln - Der Verfassungsschutz sieht wegen der gegen Russland verhängten Sanktionen ein erhöhtes Risiko für Wirtschaftsspionage.

Die russische Wirtschaft werde von Know-how und Technologien abgeschnitten, schreibt das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) in einem am Dienstag veröffentlichten „Sicherheitshinweis für die Wirtschaft“.

„Somit besteht die Gefahr, dass es vermehrt zu Anbahnungsversuchen insbesondere von Beschäftigten in für Russland relevanten Wirtschafts- und Forschungszweigen auch in Deutschland kommt“, heißt es in dem Papier. Beschäftigte mit russischer Staatsangehörigkeit seien besonders gefährdet. „Die Kontaktaufnahme kann völlig beiläufig und mit langfristiger Perspektive erfolgen.“ Gelegenheiten dazu böten sich etwa, wenn russische Bürger Kontakte zu diplomatischen Einrichtungen oder Behörden ihres Heimatlandes aufnehmen müssten. „Sie können aber auch versuchen, über Repressalien gegenüber in Russland gebliebenen Verwandten oder Bekannten Druck auszuüben. Generell scheuen die russischen Nachrichtendienste bei Bedarf auch vor Methoden wie Bedrohung und Erpressung nicht zurück.“

Es sei denkbar, dass Akteure aufseiten beider Kriegsparteien Datenbanken auswerteten, die Auskunft über das Russlandgeschäft von Unternehmen geben, um daraus Ziele zum Beispiel für Desinformations- oder Sabotageaktivitäten abzuleiten.

Krieg von Cyberangriffen begleitet

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine werde von Cyberangriffen und Versuchen der Einflussnahme begleitet, so das Bundesamt. Die Cybercrime-Gruppierungen „KILLNET“ und „REvil“ griffen westliche Ziele an. Immer mehr Russen seien zudem an einer Ausreise nach Deutschland interessiert, etwa Oppositionelle aber auch Beschäftigte deutscher oder europäischer Unternehmen, die sich ganz oder teilweise aus Russland zurückziehen.

Unternehmen und Beschäftigten rät der Verfassungsschutz zum sorgsamen Umgang mit Passwörtern und Unternehmensinformationen sowie Obacht bei verdächtigen E-Mails. Insbesondere neu eingestellte Beschäftigte mit russischer Staatsangehörigkeit sollten vor Kontaktversuchen von Geheimdiensten gewarnt werden, zudem sollten Meldewege für verdächtige Vorfälle etabliert werden. „Zögern Sie nicht, Kontakt zum Verfassungsschutz aufzunehmen, wenn Sie den Verdacht haben, dass Beschäftigte Ziel von Ausforschungs- oder Anbahnungsversuchen werden sollen oder bereits geworden sind. Das gilt insbesondere, wenn es zu konkreten Bedrohungen kommt.“ dpa

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