Geplatzte Fusion mit Tata

Thyssenkrupp will 6000 Jobs streichen - So viele Stellen sind in Deutschland betroffen

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Thyssenkrupp will tausende Stellen streichen.

Wegen einer geplatzten Fusion mit einem Konkurrenten muss Thyssenkrupp mehrere Tausend stellen streichen. Vor allem Deutschland ist betroffen.

Essen - Der Industriekonzern Thyssenkrupp will nach der geplatzten Stahlfusion mit dem indischen Konkurrenten Tata in den kommenden drei Jahren 6000 Stellen abbauen. Davon entfallen etwa 4000 Stellen auf Deutschland, sagte Vorstandschef Guido Kerkhoff am Freitag. Betriebsbedingte Kündigungen könnten bei einem Abbauprogramm dieser Größenordnung nicht ausgeschlossen werden, ergänzte Personalvorstand Oliver Burkhard. In der Gesamtzahl seien 2000 Stellen enthalten, die auch bei der Stahlfusion mit Tata gestrichen werden sollten. „Es ist ein recht tiefgreifender Einschnitt“, sagte Burkhard.

Fusion mit Tata vermutlich gescheitert

Für die rund 27.000 Stahlarbeiter von Thyssenkrupp sei das Veto der EU-Kommission „ein harter Schlag“, sagte Kerkhoff. Ihnen hätten die Fusion mit Tata „eine Zukunftsperspektive gegeben“. Die IG Metall hatte eine Beschäftigungsgarantie bis zum 30. September 2026 sowie eine langfristige Standortsicherung erreicht. Dieser Tarifvertrag werde jetzt nicht in Kraft treten, sagte Burkhard.

Thyssenkrupp hatte zuvor mitgeteilt, dass die seit mehr als einem Jahr angestrebte Stahlfusion mit Tata Steel voraussichtlich nicht zustande kommen werde. Man erwarte, dass die EU-Kommission die Fusion untersage. Durch den Zusammenschluss wäre Europas zweitgrößter Stahlkonzern mit rund 48 000 Mitarbeitern und Werken in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden entstehen.

Aufspaltung des Konzerns in zwei Unternehmen

Kerkhoff hat deshalb auch die geplante Aufspaltung des Konzerns in zwei eigenständige, börsennotierte Unternehmen für Werkstoffe und für Industriegüter abgesagt. „Der Konzern bleibt als Ganzes erhalten“, sagte er. Um neues Geld in die Kasse zu bekommen, will Kerkhoff jetzt die profitable Aufzugssparte des Konzerns an die Börse bringen. Das hatten Investoren immer wieder gefordert.

Lesen Sie auch: Aus einem Thyssenkrupp sollen zwei Thyssenkrupp werden. Mit dieser Radikalkur will der neue Konzernchef Guido Kerkhoff den kriselnden Konzern wieder in die Erfolgsspur bringen. Nicht alle Aktionäre sind überzeugt. Auch bei Tengelmann wird der Rotschrift angesetzt - hunderte Stellen sollen gestrichen werden.

dpa

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