Experten sehen Signalwirkung

EZB lässt Leitzins bei null Prozent - Ende der Geldflut?

+
Die EZB hatte ihr gewaltiges Kaufprogramm für Staats- und Unternehmensanleihen um neun Monate bis mindestens Ende September 2018 verlängert, das monatliche Volumen von Januar an aber auf 30 Milliarden Euro halbiert. Foto: Boris Roessler

Frankfurt/Main (dpa) - Der Einstieg in den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) rückt etwas näher, sagen Experten.

Bei ihrer Zinsentscheidung in Frankfurt verzichteten die Währungshüter auf die zuletzt übliche Formulierung, dass die Notenbank ihre milliardenschweren Anleihenkäufe ausweiten könnte, sollten sich die Rahmenbedingungen verschlechtern.

Volkswirte werten das als Signal zur Vorbereitung der Finanzmärkte auf ein Ende der Geldflut. Den Leitzins im Euroraum beließ der EZB-Rat wie erwartet auf dem Rekordtief von null Prozent. Zudem müssen Geschäftsbanken, die Geld bei der Notenbank parken, dafür weiterhin 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen.

Im Oktober hatte die EZB ihr gewaltiges Kaufprogramm für Staats- und Unternehmensanleihen um neun Monate bis mindestens Ende September 2018 verlängert, das monatliche Volumen von Januar an aber auf 30 Milliarden Euro halbiert.

Mit viel billigem Geld versucht die EZB seit Jahren, der Konjunktur auf die Sprünge zu helfen und zugleich die Teuerung anzuheizen. Angestrebt wird Preisstabilität bei einer Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent - weit genug entfernt von der Nullmarke.

Zwar ist dieses Ziel nach wie vor weit entfernt - im Februar fiel die Inflationsrate im Euroraum mit 1,2 Prozent auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2016. Doch das stärkere Wirtschaftswachstum macht der Notenbank Hoffnung. Im vergangenen Jahr legte die Wirtschaft im Währungsraum der 19 Länder mit 2,3 Prozent so kräftig zu wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Mehr zum Thema

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.


Es gelten die Datenschutzbestimmungen unserer Webseite.

Meistgelesen

Bahnchaos: Fernzüge eingestellt Regionalverkehr betroffen

Bahnchaos: Fernzüge eingestellt Regionalverkehr betroffen

Riesige Vodafone-Störung am Freitag - Das war der Grund

Riesige Vodafone-Störung am Freitag - Das war der Grund

Aldi-Produkt um 8.02 Uhr schon ausverkauft - Kunden sind stinksauer 

Aldi-Produkt um 8.02 Uhr schon ausverkauft - Kunden sind stinksauer 

Hackerangriff auf 500 Millionen Hotel-Gäste: China soll verantwortlich sein

Hackerangriff auf 500 Millionen Hotel-Gäste: China soll verantwortlich sein

Rückruf wegen Gesundheitsgefahr! Warnung vor diesem Discounter-Produkt für Allergiker

Rückruf wegen Gesundheitsgefahr! Warnung vor diesem Discounter-Produkt für Allergiker

Kommentare

Das könnte Sie auch interessieren