Russland will westliche Lebensmittel "nicht ewig" verbieten

+
Russland vernichtet tonnenweise illegale Lebensmittel Aus dem Westen. Foto: Viktor Tolochko/Archiv

Krasnodar (dpa) - Im Sanktionsstreit mit dem Westen will Russland nicht unbegrenzt Lebensmittel aus der EU und den USA verbieten. Das russische Importverbot sei zwar kürzlich um ein Jahr verlängert worden, "doch wird es nicht ewig gelten", sagte Regierungschef Dmitri Medwedew.

Daher sollten russische Hersteller das Zeitfenster nutzen, um ihre Produktion zu stärken.

Russland will mit dem Embargo einen geschützten Raum für seinen eigenen Agrarsektor schaffen und so dafür sorgen, dass langfristig überwiegend heimische Waren in den Supermärkten angeboten werden. "Es ist klar, dass der Import nicht vollständig ersetzt werden kann", sagte Medwedew der Agentur Interfax zufolge. Bei einigen Waren werde der Prozess viele Jahre dauern.

Russische Hersteller beklagen inzwischen jedoch massive Probleme durch steigenden Preisdruck und wegen der schrumpfenden Kaufkraft der Konsumenten im Zuge der allgemeinen Wirtschaftskrise. Das russische Embargo ist eine Reaktion auf Sanktionen des Westens wegen der Ukraine-Krise. Zuletzt hatte Kremlchef Wladimir Putin angeordnet, dennoch ins Land geschmuggelte West-Ware zu vernichten. Dieser Erlass wird im eigenen Land scharf kritisiert.

Kommentare

Meistgelesen

Kassen: Flüchtlinge entlasten Krankenversicherung
Kassen: Flüchtlinge entlasten Krankenversicherung
Große Änderung bei Aldi: Darauf können sich die Kunden freuen
Große Änderung bei Aldi: Darauf können sich die Kunden freuen
Riesen-Ärger um geplante neue Coca-Cola-Dosen
Riesen-Ärger um geplante neue Coca-Cola-Dosen
Wegen Preisabsprachen: Rügenwalder muss hohe Strafe zahlen
Wegen Preisabsprachen: Rügenwalder muss hohe Strafe zahlen
Apple zahlt US-Steuer von 38 Milliarden Dollar auf Auslandsvermögen
Apple zahlt US-Steuer von 38 Milliarden Dollar auf Auslandsvermögen