Corona-Krise

Renten-Erhöhung könnte 2021 ausfallen

2021 könnte die Erhöhung der Renten ausfallen - wegen der Corona-Krise. Auch die Rentenbeiträge könnten sich in Zukunft erhöhen, vermutet die Deutsche Rentenversicherung.
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2021 könnte die Erhöhung der Renten ausfallen - wegen der Corona-Krise. Auch die Rentenbeiträge könnten sich in Zukunft erhöhen, vermutet die Deutsche Rentenversicherung.

Nullrunde bei den Renten: Erstmals seit der Finanzkrise könnte es 2021 keine Rentenerhöhung geben - wegen der Corona-Krise. Stattdessen könnten die Rentenbeiträge bald steigen.

  • 2020 gibt es für Rentner ein ordentliches Renten-Plus
  • Für 2021 können sich Rentner jedoch bereits auf eine Nullrunde bei der Rente* einstellen
  • Die Corona-Krise könnte auch die Renten-Beiträge steigen lassen

Im Jahr 2020 gibt es noch eine ordentliche Rentenerhöhung* für die rund 21 Millionen Rentner in Deutschland: Sie dürfen sich ab Juli 2020 auf 4,2 Prozent (Osten) beziehungsweise 3,45 Prozent (Westen) mehr Rente freuen. Die Grundlage für diese Anpassung ist unter anderem die Lohnentwicklung im Vorjahr. Das verheißt für das kommende Jahr nichts Gutes, denn derzeit leidet die Wirtschaft unter der Corona-Krise.

Rente wird 2021 vermutlich nicht erhöht - wegen der Corona-Krise

Stellenstreichungen, sinkende Löhne und weniger Beitragszahler könnten dazu führen, dass es 2021 zumindest im Westen keine Rentenerhöhungen geben dürfte, schätzt die Deutsche Rentenversicherung. Im Osten dürfte es voraussichtlich lediglich eine kleine Anhebung der Renten um 0,7 Prozent geben, so die Einschätzung von Alexander Gunkel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Rentenversicherung bei der Bundesvertreterversammlung der Rentenversicherung. Nach 2021 müssten die Renten-Beitragszahler außerdem mit höheren Beiträgen rechnen, so Gunkel.

„Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise lassen sich derzeit nur sehr schwer abschätzen“, erklärte Gunkel. Die starke Zunahme der Kurzarbeit und auch die gestiegene Arbeitslosigkeit infolge der Pandemie wirken sich seinen Angaben zufolge bei der Rentenversicherung begrenzt aus, da auch bei Kurzarbeit mindestens Beiträge in Höhe von 80 Prozent des bisherigen Entgelts gezahlt würden und die Bundesagentur für Arbeit Rentenversicherungsbeiträge für Empfänger von Arbeitslosengeld I zahle. Für 2020 rechnet Gunkel mit einem Defizit in der Rentenkasse von etwa 4,3 Milliarden Euro.

Nullrunde bei der Rente gab es zuletzt nach der Finanzkrise 2010

Eine Nullrunde bei der Rente - das hat es zuletzt im Jahr 2010 gegeben, im Jahr nach der Finanzkrise. Damals fiel die Rentenerhöhung aus, seitdem steigt die Rente allerdings wieder jährlich, zum Teil kräftig. Für 2020 geht die Deutsche Rentenversicherung jedoch von sinkenden Durchschnittslöhnen und einer niedrigeren Zahl an Beitragszahlern aus, so Gunkel mit Blick auf die Corona-Krise. Rentenkürzungen sind durch eine Schutzklausel jedoch gesetzlich ausgeschlossen.

Warum es im Osten Deutschlands im Vergleich zu den westlichen Bundesländern trotzdem eine leichte Rentenerhöhung geben könnte, erklärt sich mit der so genannten „Angleichungstreppe“: Der Rentenwert* im Osten wird bis 2024 schrittweise an die Rente im Westen angepasst, bis er die 100 Prozent erreicht hat.

Endgültig wird über die Rentenanpassung zum 1. Juli 2021 allerdings erst im kommenden Jahr entschieden, üblicherweise im Frühjahr. Der Bundesrat muss der Rentenerhöhung dann noch zustimmen.

Rente in Corona-Zeiten: Rentenbeitrag soll steigen

Nicht nur Rentner werden die Corona-Krise aller Voraussicht nach zu spüren bekommen: Die Beitragszahler müssen nach Einschätzung der Rentenversicherer künftig mehr zahlen. 2021 solle der Beitragssatz noch konstant bei 18,6 Prozent bleiben, so Gunkel. Der Beitragssatz könnte - auch wegen der Corona-Krise - jedoch bereits vor 2024 steigen und bis 2025 wahrscheinlich 20 Prozent erreichen.

Bis 2025 darf der Rentenbeitragssatz nicht über 20 Prozent steigen, das ist gesetzlich festgelegt. Für die Zeit danach gibt es Reformvorschläge, über die jedoch noch nicht entschieden ist. (Von Tanja Banner, mit dpa)

Frauen, die in Teilzeit gearbeitet haben, sind von Altersarmut betroffen. In Zeiten von steigenden Mieten reicht die Rente für Millionen Menschen kaum zum Leben aus.

*fr.de ist Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion.

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