RND-Kolumne

Phishing-Mails: Vorsicht vor falschen Banken

Bei Phishing-Fällen ist Vorsicht geboten.

Ich sitze mit meinem Nachbarn vorm Haus und warte auf die Abendkühle. „Heute hab ich eine Mail von der XY-Bank bekommen“, sagt er gut gelaunt. „Super“, gratuliere ich. Die Bank hat nämlich gerade gute Tagesgeldzinsen und entsprechend lange Wartezeiten. Aus Rückmeldungen unserer Leser weiß ich, dass es manchmal über einen Monat dauert, bis die Eröffnung eines neuen Kontos dort klappt. „Aber ich habe mit denen nichts am Hut“, erwidert mein Nachbar. Er will gar nicht Kunde werden. Ich verstehe – die Mail ist bloß ein Betrugsversuch ins Blaue hinein.

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Dieses sogenannte Phishing, also das professionelle Passwortfischen, will nicht aufhören. In der täglich aktualisierten Sammlung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, die auf das Thema spezialisiert ist, gibt es 19 neue, ausführlich präsentierte Beispiele allein im Mai, von A wie Amazon bis V wie Volksbanken. Im Juni sind es bisher sechs.

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Versuche kommen auch über Whatsapp und Instagram

Vor ein paar Jahren konnte ich mal hinter die Kulissen der Serviceseite Phishing-Radar. blicken. Mit einem speziell gesicherten Computer analysiert die Verbraucherzentrale unzählige Mails, die aufmerksame Verbraucher dem Team weitergeleitet haben, natürlich ohne auf Links in der Mail zu klicken, Anhänge zu öffnen oder gar dem Absender zu antworten.

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Die Maschen werden raffinierter. Längst kommen auch per Whatsapp, Instagram oder mit der klassischen SMS Angriffsversuche auf Ihre Kontodaten. Vermeintliche Zollgebühren für ein Paket, das unterwegs ist? Angebliche Ideen zur Geldanlage? Ignorieren Sie das einfach. Wer unsicher ist, weil er tatsächlich Kunde des genannten Unternehmens ist, kann höchstens bei dessen Kundendienst nachfragen. Aber recherchieren Sie selbst die Telefonnummer, nutzen Sie keine Angaben aus der Phishing-Mail.

Mein Nachbar hat die Mail von der Bank, bei der er kein Konto hat, direkt gelöscht. Gut so. Kurz denke ich darüber nach, wie Kriminelle uns in Zukunft mit künstlicher Intelligenz drangsalieren können. Wir alle müssen informiert und aufmerksam bleiben.

Hendrik Buhrs ist Geldanlage­redakteur bei „Finanztip“ und kümmert sich an dieser Stelle ums Haushalten. Weitere Tipps gibt er in seinen Ratgebern und dem wöchentlichen Newsletter (finanztip.de/newsletter). Alle bisherigen Kolumnen­­beiträge finden Sie hier.

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