Nach Insolvenz

Lufthansa hat Angebot für Teile von Air Berlin konkretisiert, Lauda kritisiert

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Ein Lufthansa- und ein Air-Berlin-Flugzeug

Bei der ersten Sitzung des Gläubigerausschusses von Air Berlin hat die Lufthansa ihr Angebot für Teile der insolventen Fluggesellschaft konkretisiert.

Berlin/Frankfurt - Man biete für die Touristiktochter Niki und weitere Teile der Gesellschaft, nicht aber für das komplette Unternehmen, hieß es am Mittwoch aus Lufthansa-Kreisen. Mit einer schnellen Entscheidung zu einem ersten Teilverkauf der Niki wurde nicht mehr gerechnet.

Der Ausschuss hatte sich am Morgen in Berlin konstituiert. Bei dem Treffen ging es zunächst um Formalien, verlautete aus Teilnehmerkreisen. So müsse das Gremium der Fortsetzung des Flugbetriebs zustimmen. Zudem sollte ein Zeitplan für die nächsten Schritte festgelegt werden. „In keinem Fall“ werde es Entscheidungen zur Käuferauswahl geben, meinte auch diese Quelle.

Lufthansa hatte am Dienstag vergangener Woche über Verhandlungen zu Teilen der insolventen Air Berlin berichtet. Als weitere Interessenten gelten Easyjet und die Thomas-Cook-Tochter Condor. Der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl will Air Berlin als Ganzes kaufen.

Lauda kritisiert die Bevorzugang der Lufthansa

Niki Lauda, hat die Bevorzugung der Lufthansa bei den Verhandlungen über die Zukunft von Air Berlin beklagt. Die Lufthansa habe "die Politik ins Boot geholt, um den Wettbewerb zu reduzieren",sagte Lauda dem "Handelsblatt" vom Mittwoch. Ein deutscher Champion werde aber "nicht gebraucht, wenn er den Wettbewerb einschränkt", fügte der Motorsport-Manager und Inhaber des österreichischen Flugzeugdienstleisters Lauda Motion hinzu. Auch die Monopolkommission schlug zuvor ähnliche Töne an.

Air Berlin hatte vor über einer Woche Insolvenz angemeldet, die Bundesregierung sprang dem Unternehmen mit einem Übergangskredit von 150 Millionen Euro zur Seite, das Geld soll einige Monate reichen. Interesse an Air Berlin hat unter anderem die Lufthansa, der "Süddeutschen Zeitung" zufolge laufen Verhandlungen über eine Absichtserklärung über den Verkauf der österreichischen Tochtergesellschaft Niki an Lufthansa. 

Lauda hatte die Anteile seiner profitablen Airline vor wenigen Jahren an Air Berlin verkauft und saß jahrelang im Verwaltungsrat der Fluggesellschaft. Der frühere Rennfahrer sagte dem "Handelsblatt", er rechne mit höheren Flugpreisen, sollte die Lufthansa bei der Zerlegung von Air Berlin vorrangig zum Zuge kommen. Für die Lufthansa sei ein "super Tag", für die Passagiere hingegen werde es "künftig teuer".

dpa/afp

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