Aufzüge und Fahrtreppen

Kone übernimmt TKE: IG Metall kritisiert fehlende Vorab-Info

«Ungeheuerlich» findet es der nordrhein-westfälische IG-Metall-Chef Knut Giesler, dass die Mitbestimmung nicht informiert wurde. (Archivbild)

Espoo/Düsseldorf (dpa). Die IG Metall hat mit Kritik auf die Ankündigung einer Übernahme des Aufzugherstellers TK Elevator (TKE) durch den finnischen Konkurrenten Kone reagiert. «Eine Ankündigung an die Presse und die Belegschaft, ohne vorher die Mitbestimmung - seien es die betrieblichen Mitbestimmungsgremien oder den Aufsichtsrat - zu informieren, ist ungeheuerlich», sagte der Bezirksleiter der IG Metall NRW und stellvertretende TKE-Aufsichtsratsvorsitzende Knut Giesler.

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In der Ankündigung sehe man einen Angriff auf die Mitbestimmung und die Beschäftigten in Deutschland, Europa und Global. «Darauf wird es auch entsprechende Reaktionen geben», so Giesler.

Der börsennotierte, familiengeführte Kone-Konzern hatte zuvor bekanntgegeben, dass man TKE von den Finanzinvestoren Cinven und Advent übernehmen wolle. Die Transaktion bewertet die ehemalige Aufzugsparte von Thyssenkrupp mit 29,4 Milliarden Euro inklusive Schulden, wie die Parteien mitteilten. Damit entstünde einer der größten Aufzug- und Fahrtreppenhersteller der Welt.

Giesler sieht «klaren Bruch der vertrauensvollen Zusammenarbeit»

Er nehme die Ankündigung des Zusammenschlusses mit sehr großer Verärgerung zur Kenntnis, sagte Giesler. «Der Betriebsrat und die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sehen darin einen klaren Bruch der vertrauensvollen Zusammenarbeit.» Verhandlungen der letzten Wochen zu einem neuen Tarifvertrag, der einen möglichen Börsengang absichern sollte, seien damit ad absurdum geführt.

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Um eine «ausführliche Information» zum weiteren Prozess zu bekommen, forderte die Gewerkschaft die Einberufung einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung innerhalb der nächsten sieben Tage.

TKE-Stellungnahme: Sind «im Austausch mit Mitbestimmung»

TKE reagierte auf die Kritik: «TKE sowie seine Gesellschafter nehmen die Äußerungen der Arbeitnehmervertreter wahr und befinden sich im Austausch mit der IG Metall und der Mitbestimmung.» Die Parteien seien sich der Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden von TKE bewusst und nähmen die Anliegen der Mitarbeitenden und ihrer Vertreter sehr ernst.

Der Unternehmenszusammenschluss unterliege noch der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden, hieß es. «Die aufseiten von TKE getroffenen Vereinbarungen zur Mitbestimmung und Tarifverträgen gelten unverändert und bieten Sicherheiten für die Mitarbeitenden in Deutschland.»

© dpa-infocom, dpa:260429-930-9676/1

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