"Garant des Erfolges"

Kaeser geht als Siemens-Chef in die Verlängerung

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Der Siemens-Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser steht seit vier Jahren an der Spitze des Elektrokonzerns. Foto: Peter Kneffel

Siemens-Chef Kaeser ist noch nicht am Ziel. Digitalisierung und Industrie 4.0 sind die Schlagworte für die Neuausrichtung des Elektrokonzerns. Schon jetzt ist klar: Kaeser soll damit weitermachen.

München (dpa) - Verlängerung für Siemens-Chef Joe Kaeser: Der Top-Manager soll den Elektrokonzern weitere zweieinhalb Jahre auf die Zukunft vorbereiten.

Der Aufsichtsrat verlängerte sein Mandat vorzeitig bis zur Hauptversammlung im Jahr 2021, wie Siemens am Donnerstag in München mitteilte. "Herr Kaeser hat die Neuausrichtung von Siemens in den vergangenen Jahren mit großem Engagement und Unternehmergeist vorangetrieben", erklärte Chefaufseher Gerhard Cromme. "Er ist nicht nur Garant des Erfolges, sondern auch der Stabilität in zunehmend unruhigen Zeiten."

Kaeser steht seit vier Jahren an der Spitze des Elektrokonzerns. Die vorzeitige Verlängerung kommt nicht überraschend, denn der 60-Jährige hat viel in Bewegung gesetzt und den Konzernumbau bis 2020 ausgelegt. Als er den Chefposten Mitte 2013 von Peter Löscher übernahm, herrschte nach mehreren Gewinnwarnungen in Folge tiefe Verunsicherung. Kaeser richtet das Unternehmen auf die wachstumsträchtigen Geschäftsfelder Digitalisierung, Automatisierung und Elektrifizierung aus. Hier gebe es auch noch viel zu tun, erklärte der Siemens-Chef am Donnerstag.

Dazu gehören auch die Börsenpläne für die bereits selbstständige Medizintechnik namens "Healthineers". Im ersten Halbjahr 2018 soll der Gang aufs Parkett erfolgen - ob in den USA oder in Deutschland ließ Finanzvorstand Ralf Thomas offen. "Wir gehen an die Börse, weil wir damit die nötigen Mittel für Wachstum und Akquisition zur Verfügung stellen können", sagte der zuständige Vorstand Michael Sen. Die USA gelten wegen hoher Börsenbewertungen für Medizintechnik- Unternehmen als attraktiv. Arbeitnehmervertreter hatten sich aber gegen einen US-Börsengang gestellt, weil sie eine Aushöhlung der Mitbestimmung fürchten.

Geschäftlich lief es im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres (30. September) eher durchwachsen. Der Auftragseingang gab um sechs Prozent auf 19,8 Milliarden Euro nach. Vor allem in der Stromerzeugungssparte Power and Gas sowie im Windkraftgeschäft lagen die Bestellungen unter dem Vorjahr. Der Konzernumsatz legte hingegen um acht Prozent auf 21,4 Milliarden Euro zu. Auch beim Gewinn schnitt Siemens mit knapp 1,5 Milliarden Euro etwas besser ab als vor Jahresfrist (rund 1,4 Mrd Euro).

Im laufenden Geschäftsjahr peilt Siemens unter dem Strich weiter bis zu 6,55 Milliarden Euro Gewinn an. Die Delle beim Ordereingang soll im Schlussquartal wettgemacht werden. Kaeser rechnet mit einem deutlichen Anstieg bei Großprojekten. Die Investoren konnte das allerdings nicht begeistern. Die Aktie verlor am Vormittag zeitweise 2,8 Prozent auf unter 113 Euro.

Keine Neuigkeiten gab es mit Blick auf ein mögliches Bündnis von Siemens und Bombardier im Zuggeschäft. Es war spekuliert worden, der Aufsichtsrat könne grünes Licht für eine solche Allianz geben. Dem Vernehmen nach gibt es aber noch eine Reihe offener Fragen.

Der Wettbewerb in der Branche war mit dem Zusammenschluss der beiden größten chinesischen Anbieter zum Giganten CRRC massiv gewachsen. Kaeser verwies erneut auf den Konsolidierungsdruck. "Natürlich wird man eine starke Nummer zwei bauen müssen", sagte er. Mit wem und wie schnell das passiere, sei aber offen. "Wir würden uns jetzt gern auf Ergebnisse konzentrieren."

Zuletzt war die Gründung zweier Gemeinschaftsunternehmen von Siemens und Bombardier im Gespräch - eins für die Signaltechnik und eins für das Zuggeschäft. Turnusgemäß trifft sich der Aufsichtsrat Ende September wieder. Möglicherweise kommt das Thema dann erneut auf die Tagesordnung.

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