Bericht

Jobcenter sparen Millionen an Langzeitarbeitslosen

Nürnberg - Die Jobcenter haben im vergangenen Jahr eine halbe Milliarde Euro, die für die Förderung von Langzeitarbeitslosen vorgesehen war, zur Deckung ihrer Verwaltungskosten verwendet.

Das geht nach Angaben der Grünen-Bundestagsfraktion aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums hervor, wie die "Rheinische Post" am Montag berichtete. Von den 3,1 Milliarden Euro, die für Wiedereingliederungsmaßnahmen bereitgestanden hätten, seien 522 Millionen Euro oder fast 15 Prozent in die Verwaltungsbudgets der Jobcenter umgeschichtet worden.

"Das ist ein neuer Negativrekord", sagte die Grünen-Politikerin Brigitte Pothmer der Zeitung. "Die Chancen der Arbeitslosen auf eine Förderung sind 2014 nochmals gesunken." Das zeigten auch die "geringen Aktivierungsquoten".

Tariflohnerhöhungen, steigende IT- und Heizkosten führten in den Jobcentern dem Bericht zufolge zu steigenden Verwaltungskosten. Das dafür vorgesehene Budget sei in den vergangenen Jahren jedoch eingefroren worden. Die Jobcenter griffen deshalb zunehmend auf den sogenannten "Eingliederungstitel" zurück. Das sei erlaubt, weil Verwaltungs- und Eingliederungstitel gegenseitig deckungsfähig seien.

AFP

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