Druck wegen US-Sanktionen

Iran rationiert Benzin und erhöht die Preise für Kraftstoff

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Zahlreiche Autos stehen an einer Tankstelle in Teheran. Iran hat das Benzin rationiert. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Der Iran steckt in einer Wirtschaftskrise und Präsident Hassan Ruhani muss unbeliebte Maßnahmen ergreifen. Mit einer Erhöhung der Benzinpreise riskiert er es, sowohl die Inflation anzuheizen als auch das Volk gegen sich aufzubringen.

Teheran (dpa) - Wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise hat der Iran das Benzin rationiert und zugleich die Preise für Kraftstoff erhöht. Das gab das Ölministerium bekannt.

Demnächst können die Iraner mit einer staatlichen Benzinkarte nur noch bis zu 60 Liter Benzin im Monat und zu einem Preis von umgerechnet 12 Cent tanken.

Alles darüber würde dann 24 Cent kosten, wie das Ministerium laut Nachrichtenagentur Irna bekanntgab. Bis jetzt betrug der Benzinpreis umgerechnet 10 Cent.

Schon seit längerer Zeit wollte die Regierung von Präsident Hassan Ruhani die Benzinpreise erhöhen, hat es aber aus Angst vor einer Verschärfung der Inflation - und landesweiter Proteste - immer wieder verschoben. Der Benzinpreis gilt im Iran als die "Mutter aller Inflationen", weil danach alles im Land teurer wurde.

Wegen der erneuten US-Sanktionen im Zusammenhang mit dem Atomstreit steckt das Land bereits seit Monaten in einer akuten Wirtschaftskrise. Besonders betroffen ist der Ölexport als Haupteinnahmequelle des Landes. Der Export des viertgrößten Ölproduzenten der Welt ist von 2,8 Millionen Barrel am Tag auf weniger als eine Million gesunken. Dementsprechend ist auch die nationale Währung Rial nur noch die Hälfte wert.

Präsident Ruhani bezeichnet die US-Sanktionen als "wirtschaftlichen Terrorismus", den das Land jedoch trotz der akuten Krise mit "Stolz und Widerstand" bewältigen werde. Die Benzinrationierung und Preiserhöhung zeigen jedoch, dass auch er die Wirtschaftskrise nicht schönreden könne.

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