Sondereffekte

Höhere Tarifverdienste im zweiten Quartal

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In Deutschland arbeiteten im vergangenen Jahr laut der Studie gut die Hälfte (56 Prozent) aller Beschäftigten auf der Grundlage eines Tarifvertrags. Foto: Arno Burgi

In der guten Konjunktur steigen auch die Gehälter der Beschäftigten. Ein Blick aufs zweite Quartal ergibt sogar Rekordwerte, die aber nicht von Dauer sein dürften.

Wiesbaden (dpa) - Die deutschen Tarifbeschäftigten haben im zweiten Quartal dieses Jahres deutlich mehr verdient als ein Jahr zuvor.

Einschließlich der Sonderzahlungen haben die Menschen 3,8 Prozent mehr Bruttogehalt erhalten, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete.

Das war die stärkste Steigerung zum Vorjahreszeitraum seit Einführung der Statistik im Jahr 2011. Ohne Berücksichtigung der Sonderzahlungen kletterten die Gehälter um 3,4 Prozent. Dem stand eine Teuerung von nur 1,7 Prozent im selben Zeitraum gegenüber.

Allerdings wird der Wert für die Monate April bis einschließlich Juni von einigen Sonderentwicklungen verzerrt. So erhielten die Beschäftigten der Länder und Kommunen neben einer Tariferhöhung auch kräftige Nachzahlungen für die vorherigen Monate.

In der Industrie wirkte sich vor allem der zweistufige Tarifabschluss für die Metall- und Elektroindustrie aus. Hier hatte es im Juli 2016 2,8 Prozent mehr Geld gegeben und dann noch einmal 2,0 Prozent im April dieses Jahres. Daraus ergab sich statistisch für das zweite Quartal 2017 eine sehr hohe Zunahme, die in den folgenden Monaten aber wieder abflacht.

Die höchsten Steigerungen registrierten die Statistiker bei den Beschäftigten im Bergbau und bei der Gewinnung von Steinen und Erden. Weil in ihren Branchen hohe Einmalzahlungen vereinbart wurden, erhielten sie 7,4 Prozent mehr Gehalt als vor einem Jahr, ohne die Sonderzahlungen waren es hingegen nur unterdurchschnittliche 1,9 Prozent. Nur geringe Zuwächse gab es im Gastgewerbe (+0,9 Prozent) und Einzelhandel (+1,1 Prozent).

In Deutschland arbeiteten im vergangenen Jahr laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gut die Hälfte (56 Prozent) aller Beschäftigten auf der Grundlage eines Tarifvertrags. Von den übrigen 44 Prozent der Arbeitnehmer erhielt etwa die Hälfte Leistungen, die sich an den Flächentarifverträgen orientierten, ohne dass die Arbeitgeber dazu verpflichtet gewesen wären. Zusammen wurden also rund 78 Prozent nach Tarif bezahlt.

Studie zu Tarifbindung über WSI-Tarifarchiv der Böckler-Stiftung

Daten Tarifbindung IAB

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