Ex-ifo-Chef teilt am letzten Tag aus

Hans-Werner Sinn kritisiert Abschaffung des 500-Euro-Scheins

Hans-Werner Sinn hatte am Donnerstag seinen letzten Tag als Präsident des Ifo-Instituts.
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Hans-Werner Sinn hatte am Donnerstag seinen letzten Tag als Präsident des Ifo-Instituts.

München - Der langjährige Chef des ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, hat an seinem letzten Tag noch einmal ausgeteilt. Er ist gegen die Abschaffung des 500-Euro-Scheins.

Er sei gegen eine Abschaffung der 500-Euro-Scheine, gegen eine Obergrenze für Barzahlungen und gegen Negativzinsen, erklärte er am Donnerstag. Einer Ifo-Umfrage zufolge ist eine Mehrheit der deutschen Wirtschaftswissenschaftler gegen eine Abschaffung der 500-Euro-Note.

"Die Europäische Zentralbank (EZB) will den Banken die Möglichkeit nehmen, Bargeld zu horten, um sie zu zwingen, negative Einlagenzinsen zu zahlen", erklärte Sinn. Gelinge das, dann "werden Sparer vermutlich auch auf ihre Einlagen irgendwann Strafzinsen zahlen".

Die Abschaffung der 500-Euro-Scheine ermögliche es der EZB, die Strafzinsen zu erhöhen, weil es für die Banken teurer sei, viele 200-Euro-Scheine zu horten. "Wenn dadurch das gesamte Zinsspektrum entsprechend nach unten rutscht, verliert Deutschland jährlich weitere acht Milliarden Euro Einnahmen", erklärte Sinn.

Laut Ifo-Umfrage sagten mehr als die Hälfte (54 Prozent) von 185 Professoren, Barzahlungen sollten nicht eingeschränkt werden. 44 Prozent befürworteten demnach eine Obergrenze. Nur zwei Prozent sprachen sich für eine Abschaffung des Bargelds aus. In ihren Kommentaren äußerten viele Professoren laut Ifo den Verdacht, dass mit Einschränkungen für Bargeld die Kontrolle des Staates auch über rechtstreue Bürger ausgeweitet werde. Es drohe "Machtmissbrauch".

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