Dieselskandal

Grüne: Finanzierung des Fonds für Stadtluft ungeklärt

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Die Grünen kritisieren, dass die Finanzierung des von der Bundesregierung zugesagten Milliarden-Fonds für saubere Stadtluft nicht geklärt ist. Foto: Jan Woitas/Symbolbild

Sind die im Zuge des Dieselskandals zusätzlich in Aussicht gestellten 500 Millionen Euro des Bundes für Kommunen nur ein billiger Wahlkampftrick? Das jedenfalls meinet die Opposition.

AbgaseBerlin (dpa) - Die Grünen werfen der großen Koalition vor, keinen Plan für die Finanzierung des Milliarden-Fonds für saubere Luft in Städten zu haben.

Die vom Bund zugesagten 750 Millionen Euro seien weder im Haushalt eingestellt noch wüssten Verkehrs- oder Finanzministerium, woher sie kommen sollten, sagte Grünen-Finanzexperte Sven-Christian Kindler der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Das habe die Sitzung des Haushaltsausschusses im Bundestag am Vortag gezeigt. Weder Regierung noch Koalitionsfraktionen hätten eine Vorlage eingebracht, um die Haushaltsmittel im diesen Jahr noch bereit zu stellen.

Beim ersten Dieselgipfel im August hatte der Bund 250 Millionen Euro für den Fonds zugesagt, der Städten mit hoher Stickoxid-Belastung durch Diesel-Abgase helfen soll. Weitere 250 Millionen sollen von der Autobranche kommen.

Am Montag hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) angekündigt, den Fonds um weitere 500 Millionen Euro auf eine Milliarde aufzustocken. Das Geld stünde durch Priorisierung der Ausgaben noch im laufenden Haushalt zur Verfügung, sagte sie.

Finanzstaatssekretär Jens Spahn (CDU) habe angekündigt, dass die Bundesregierung eine Arbeitsgruppe bilden wolle, sagte Kindler. "Auf gut Deutsch: Die angekündigten Maßnahmen werden auf die lange Bank geschoben." Auch für den Anteil der Autohersteller gebe es keine Verpflichtungserklärung.

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter warf Merkel vor, die Öffentlichkeit zu täuschen. Die Bundesregierung agiere "mit miesen PR-Tricks und billigem Wahlkampfgetöse."

Im Bundesfinanzministerium hieß es auf Anfrage, für die weiteren 500 Millionen Euro werde der Bund bereits im laufenden Haushalt Ausgaben "neu priorisieren". Dies könne "im Rahmen einer flexiblen Bewirtschaftung ohne Verdrängung veranschlagter Maßnahmen erfolgen".

Nach einem weiteren Treffen Ende Oktober würden - auf der Basis der jeweiligen Strategien der Kommunen - der Kreis der Förderberechtigten sowie die Förderkriterien vereinbart.

"Erst auf dieser Basis wird dann eine Abschätzung eines 2017 gegebenenfalls noch eintretenden Finanzbedarfs für größere finanzwirksame Maßnahmen erfolgen können", hieß es im Finanzministerium weiter. Über die konkreten "Umschichtungsoptionen" könne dann entschieden werden. Kleinere Beträge aber könnten bereits jetzt durch "flexible Bewirtschaftung" gezahlt werden.

Die vom Bund in Aussicht gestellten zusätzlichen Mittel müssen nicht sofort in vollem Umfang zur Verfügung stehen, da es noch dauern wird, bis sie abfließen. Zuletzt war spekuliert worden, dass der Energie- und Klimafonds (EKF) angezapft werden könnte, um die zusätzlichen Gelder bereitszustellen. Aus diesem Sondervermögen fließt das Geld bisher eher langsam ab. Der Fonds wird auch zur Förderung von Elektro-Fahrzeugen genutzt - also auch von E-Bussen.

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