Joint Venture mit Norwegen

Größter Ostsee-Windpark ist in Betrieb

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Im Offshore-Windpark "Arkona" in der Ostsee vor der Insel Rügen werden Bauarbeiten durchgeführt. Foto: Stefan Sauer

Der vierte Offshore-Windpark vor der deutschen Ostseeküste, Arkona, ist offiziell in Betrieb gegangen. Die Investoren feiern ihn als Gemeinschaftsprojekt der Superlative: leistungsstark, pünktlich, kostengünstig - und mit einem eigenen Song.

Sassnitz-Mukran (dpa) - Das bisher leistungsstärkste Offshore-Projekt der Ostsee, der Windpark Arkona, ist am Dienstag offiziell in Betrieb gegangen.

Der Essener Energiekonzern Eon und der norwegische Konzern Equinor (früher Stat Oil) feierten in Sassnitz-Mukran auf Rügen ihr Gemeinschaftsunternehmen unter anderen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Norwegens Energieminister Kjell Borge Freiberg als ein Projekt der Superlative.

Die 60 Windturbinen wurden demnach in der Rekordzeit von 14 Monaten und kostengünstiger als geplant errichtet. Arkona hat eine Leistung von 385 Megawatt, was rechnerisch für die Versorgung von 400 000 Haushalten ausreicht. Neben Deutschland und Norwegen war auch Frankreich an dem Projekt beteiligt. Von dort stammt die Umspannstation auf See. Zudem ist der vierte Windpark vor der deutschen Ostseeküste vielleicht der einzige überhaupt, der einen eigenen Song hat: den für Arkona neu interpretierten Song "Mitten im Wind".

Die Kanzlerin sagte in ihrer Festrede: "Arkona setzt Maßstäbe." Die erneuerbaren Energien seien aus der Nische heraus ins Zentrum der Energieversorgung gerückt. Die notwendigen Subventionen würden bei neuen Ausschreibungen "runter gehen, bis auf null Cent pro Kilowattstunde". Es könne ein Beitrag der Industrieländer sein, neue Technologie mit Unterstützung zur Marktreife zu entwickeln, so dass sie anderswo günstiger eingesetzt werden können.

Energieminister Freiberg hob hervor: "Wir feiern die Zusammenarbeit." Norwegen sei ein wichtiger Lieferant von Erdgas für Deutschland. Nun solle die Geschwindigkeit für die Entwicklung neuer Energien erhöht werden.

Bis 2030 sollen in Deutschland 65 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien stammen. Deutschland habe große Mühe, die ehrgeizigen Klimaziele zu erreichen, räumte Merkel ein. Vor allem im Wärme- und im Verkehrssektor gebe es noch viel zu tun.

Der Windpark 35 Kilometer nordöstlich von Rügen, auf halber Strecke zur dänischen Insel Bornholm, kostete rund 1,2 Milliarden Euro. Baubeginn war im August 2017, die letzte Turbine wurde im Oktober 2018 gesetzt, erinnerte der Eon-Vorstandsvorsitzende Johannes Teyssen. Die Windanlagen mit einer Nabenhöhe von gut 100 Metern ragen mit den Rotoren etwa 175 Meter in den Himmel. Der Windstrom fließt über drei jeweils 90 Kilometer lange Seekabel ins Umspannwerk Lubmin bei Greifswald und von dort zu den Verbrauchern.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) erklärte, in Zeiten, wo junge Leute für eine Klimawende auf die Straße gingen, handele Mecklenburg-Vorpommern. "Wir machen das", sagte sie. Sie appellierte an die südlicheren Bundesländer, den Netzausbau voranzutreiben: "Der Norden steht bereit, wenn der Rest von Deutschland mitmacht."

Von dem Projekt Arkona profitierten Eon zufolge viele Zulieferer. Etwa 70 Prozent der Investitionssumme flossen demnach in Aufträge in Deutschland. So stehen die Windanlagen auf Stahlfundamenten einer Rostocker Firma, die für eine neuartige Ummantelung sogar einen Umweltpreis erhielt. Auf Rügen entstanden mit dem Windpark 50 direkte und weitere 100 indirekte Arbeitsplätze. An dem Arkona-Projekt waren nach Eon-Angaben mehr als 5000 Menschen aus 15 Nationen beschäftigt.

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