Wirtschaftsdaten überraschen

Nur schwaches Wachstum in der EU

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Aufgewickelte Metallbänder, sogenannte Coils, liegen fertig produziert bereit zum Verkauf.

Luxemburg - Das Wirtschaftswachstum im Euroraum hat sich unerwartet etwas abgeschwächt. Während Deutschland im Mittelfeld liegt, sorgt Frankreich für die größte Enttäuschung.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der 19 Euroländer stieg von April bis Juni im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent, wie die Statistikbehörde Eurostat am Freitag in Luxemburg mitteilte. Im ersten Quartal war die Wirtschaft noch um 0,4 Prozent gewachsen. Im Jahresvergleich wuchs die Wirtschaft der Eurozone im zweiten Quartal um 1,2 Prozent. Erwartet wurde ein Zuwachs von 1,3 Prozent. Im ersten Quartal hatte das Wachstum noch bei 1,0 Prozent gelegen.

Ein besonders starkes Wachstum erzielte Spanien mit 1,0 Prozent zum Vorquartal - das ist das stärkste Wachstum seit dem ersten Quartal 2007. Nur Lettland legte mit 1,2 Prozent noch stärker zu. Deutschland liegt mit einem Zuwachs um 0,4 Prozent im Mittelfeld, wenn auch Ökonomen überwiegend ein Wachstum von 0,5 Prozent erwartet hatten. Innerhalb der Eurozone hat nur Finnland mit 0,4 Prozent ein Minus bei der Wirtschaftsleistung ausgewiesen.

Für Enttäuschung sorgte die Stagnation der französischen Wirtschaft. Bankvolkswirte hatten mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet, nachdem die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone im ersten Quartal mit einem Zuwachs um 0,7 Prozent noch die Erwartungen übertroffen hatten. Frankreich kämpft mit einer hohen Arbeitslosigkeit, bisherige Reformen zeigen noch keine Wirkung.

Griechenland kam mit 0,8 Prozent auf ein unerwartet kräftiges Wachstum. „Zum einen dürften der Konsum - insbesondere langlebiger Wirtschaftsgüter - von der Angst der Griechen vor einem Grexit (Euro-Ausstieg) und einem damit verbundenen Verfall ihrer Ersparnisse profitiert haben“, erklärte Mario Gruppe, Analyst bei der Nord/LB. „Zum anderen dürften die Importe gelitten haben, was die BIP-Entwicklung aber tendenziell entlastet.“

Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte rechnen Analysten zwar mit weiterem Wachstum in der Eurozone. Allerdings gehen sie nicht davon aus, dass die Zuwächse weiter an Fahrt aufnehmen werden.

dpa

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