Studie:

"Erschreckend wenig" Frauen in den Vorständen

Düsseldorf - Nach einem nur mäßigen Anstieg in den vergangenen Jahren hat sich der Frauenanteil in den Vorstandsetagen der größten deutschen Aktienunternehmen zuletzt wieder verringert.

Ende 2014 lag der Frauenanteil in den Vorständen der im Dax, MDax, SDax und TecDax gelisteten 160 deutschen Unternehmen bei 5,5 Prozent, ergab eine von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Donnerstag in Düsseldorf veröffentlichte Untersuchung. Ende 2013 lag der Frauenanteil noch bei 6,2 Prozent.

Die Hans-Böckler-Expertin Marion Weckes bezeichnete den Anteil von Frauen in den Führungsgremien als "erschreckend gering". Nur ein Fünftel der untersuchten 160 Unternehmen habe ein weibliches Vorstandsmitglied. In nur drei Unternehmen gebe es zwei weibliche Vorstände, mehr als zwei in keinem einzigen. In den vergangenen zehn Jahren gab es der Studie zufolge zudem nur geringe Fortschritte, 2005 hatte der Frauenanteil bei 2,3 Prozent gelegen.

Bei den Aufsichtsräten stellte die Hans-Böckler-Stiftung dagegen ein stärkeres Wachstum des Frauenanteils fest. Von knapp einem Zehntel im Jahr 2005 habe sich der Frauenanteil seit dem Jahr 2010 kontinuierlich erhöht und zuletzt 18,8 Prozent erreicht. In 29 der 160 Unternehmen gebe es sogar mehr als drei Frauen im Kontrollgremium. Es gebe aber deutliche Unterschiede zwischen der Kapitalseite und der Arbeitnehmerseite. Während die Beschäftigten mit 25,2 Prozent auf ein gutes Viertel Frauenanteil in den Aufsichtsräten kommen, sind es bei den Anteilseignern nur 14,7 Prozent.

afp

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