Kartenchaos und Ende von Maestro: Die deutschen Banken tragen eine Mitschuld
Hannover. Dinge zu bezahlen ist eine ziemlich alte Kulturtechnik. Die ersten Münzen sind wohl 2500 Jahre alt, von Kaurimuscheln nicht zu reden. Wir haben also ein bisschen Erfahrung. Trotzdem ist es alten und neuen Zahlungsdienstleistern gemeinsam gelungen, aus einem sehr eingeübten Vorgang etwas unglaublich Kompliziertes zu machen.
Als Mastercard das Ende seine Maestro-Service ankündigte, zeigte sich auch für Außenstehende die große Leerstelle im deutschen Kreditwesen: Der Zahlungsverkehr ist ausgelagert. Am Ende ist es Banken und Sparkassen immerhin gelungen, das Desaster abzuwenden. Auch die künftigen Karten werden im Ausland akzeptiert und bekommen noch eine Funktion für Internetkäufe obendrauf. Als Kunde muss man sich in der Regel keine Gedanken machen.
Die Verwirrung um die Karten ist ein Symptom des Versagens
Dennoch sind das Hin und Her und die allgemeine Verwirrung um die Karten ein Symptom des Versagens. Fragen Kunden nach dem Zahlungsverkehr, hören sie jetzt von Debitkarte und Cobadge, Onlinefunktion und Bezahl-App, Girocard und digitaler Girocard und natürlich von der jeweiligen hauseigenen XY-Card. Und wer nicht richtig hinhört, die falsche Debitkarte oder kein Cobadge oder was auch immer hat, wird vor irgendeiner Kasse alt aussehen. Dabei sollen wir einfach nur zahlen.
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Zur vollständigen AnsichtMan kann das als Begleiterscheinung des technischen Wandels in einem sehr komplizierten System erklären. Es ist aber auch das kollektive Armutszeugnis einer Geldbranche, die eine Kernaufgabe an andere ausgelagert hat. Es ist der Kampf um den Kundenkontakt, der das Kartenchaos erzeugt. Die Branche muss sich nicht wundern, wenn die Kundschaft einfachere Lösungen sucht – im App-Store von Apple oder Google.