Was ist mit dem Tierwohl?

Angebot bei Edeka sorgt für Aufregung - geht der Konzern mit diesem Tiefpreis zu weit?

Dieser „Montags-Knüller“ von Edeka ging nach hinten los. Der Tiefpreis bei diesem Angebot ging vielen Konsumenten einfach zu weit und sorgte für Aufregung. 

München - „Wir lieben Lebensmittel“: Das ist der Satz, bei dem man augenblicklich an die Supermarktkette Edeka denkt. Doch was bedeutet dieser Slogan eigentlich, mit dem der Konzern wirbt? Die Liebe für Lebensmittel wird mit Qualität, Nachhaltigkeit und Fairness assoziiert. Doch jetzt sorgte ein Edeka-Angebot für Empörung und zog all das in Zweifel. Grund dafür waren Hähnchenschenkel, die in einer Aktion zum Tiefpreis angeboten wurden. Zahlreiche Kunden waren wenig begeistert über dieses Schnäppchen und sich einig: Das ist kein angemessener Preis für Fleisch.

Es war der „Montags-Knüller“ bei Edeka: 100 Gramm Hähnchenschenkel mit Rückenstück für 15 Cent. Richtig gelesen: FÜNFZEHN Cent! Unter dem abgebildeten Fleisch prangt auf der Angebotsseite noch groß das Label „Initiative Tierwohl“. Schnell kam daraufhin die Frage auf: Wie kann hier die Rede von Wohlergehen sein, wenn ein Stück Fleisch für gerade mal 15 Cent im Supermarkt angepriesen wird? 

Die Konsumenten waren sich einig: Das kann kein Tierwohl sein

Es dauerte nicht lange, da zierte die Facebook-Seite von Edeka zahlreiche Gastbeiträge von verärgerten Kunden. Eine Userin war besonders geschockt: „Ihr Montagsknüller ist wirklich ein Knüller. Aber ein abscheulicher, abstoßender und unfassbarer!“ Allgemein bezeichnet sie es als „herabwürdigend“, dass ein einst fühlendes Lebewesen durch einen derart niedrigen Preis als scheinbar völlig wertlos dargestellt wird. Dem Angebot dann noch das Label „Initiative Tierwohl“ hinzuzufügen, würde dem Verbraucher ein völlig verzerrtes Bild von einem bewussten Lebensmittel-Einkauf vermitteln. „Wie erbärmlich diese 745 Millionen Tiere in Deutschland jedes Jahr leben und sterben“, sollte doch mittlerweile auch zum Konzern durchgedrungen sein.

Auch andere User beschwerten sich in Gastbeiträgen über den extremen Tiefpreis für Fleisch. Ein Kritiker postete sogar ein Video mit einer persönlichen Stellungnahme zu dem Angebot. In den Kommentaren bedankten sich zahlreiche Menschen für seine Aktion und teilten das Video.

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So reagierte Edeka auf die verärgerten Kunden

Eine Stellungnahme von Edeka ließ nicht lange auf sich warten: In den Kommentaren unter den verärgerten Beiträgen teilte der Konzern mit, dass die Werbeaktion „nur in einigen Märkten“ sowie „auf einen Tag begrenzt“ war. „Der Angebotspreis hatte in diesem Fall keinen Einfluss auf den Erzeugerpreis, den die Landwirte erhalten, sondern ging zu Lasten des Groß- und Einzelhandels.“ Zudem hieß es, Edeka engagiere sich durchaus für Tierwohl. So sei das Unternehmen unter anderem der größte Beitragszahler der Initiative Tierwohl. 

Doch richtig zufrieden sind viele nicht mit dieser Rechtfertigung. Laut den Kritikern ginge es vor allem um das Signal, das Edeka mit der Aktion aussendet. Auch allgemein scheint es den Konsumenten nicht nur um dieses eine Angebot zu gehen. Vielmehr werden die generell sehr niedrigen Preise für Fleisch kritisiert, die an der Qualität der Herkunft und Verarbeitung zweifeln lassen. Viele Benutzer wiesen deshalb auf Betriebe hin, die ihren Tieren vor der Schlachtung wenigstens noch ein angenehmes Leben bieten. Einige sind zudem der Meinung, Fleisch gehöre erst gar nicht in einen Discounter oder Supermarkt. Doch der Großteil der Benutzer ist sich ohne die bekannten Streitereien über das sensible Thema einig: Am besten geht es dem Tier, wenn es gar nicht erst sterben muss. Eine Userin kommentierte deshalb mit den Worten: „Es gibt kein Fleisch von glücklichen Tieren. Nur von toten.“

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Neue Meldung vom 31. Juli 2018

Die Supermarktkette versucht nun, mit einer neuen Aktion etwas für die Umwelt zu tun. Das ist die neue Strategie, die Edeka ausprobiert.

nz

Rubriklistenbild: © Screenshot Facebook @Simone Animale

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