Diesel-Sympathie geht zurück

Deutsche wollen weiter Autos kaufen - aber kaum noch Diesel

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Schon 2009 wurde mit Prämien fürs alte Auto gelockt - hier im oberbayerischen Rosenheim

Kein Wunder nach dem Abgas-Skandal: Eine Studie attestiert den Deutschen weiter Lust auf den Auto-Kauf. Aber der Diesel ist massiv in der Gunst gesunken.

Frankfurt/Main - Autokäufer in Deutschland sind nach Einschätzung des Mineralölkonzerns Aral deutlich skeptischer beim Kauf eines Diesels als noch vor zwei Jahren. In einer am Donnerstag in Frankfurt vorgestellten Studie gab nur jeder fünfte potenzielle Autokäufer (18 Prozent) an, einen Diesel kaufen zu wollen. Bei der Vorgängerumfrage vor zwei Jahren hatten noch 31 Prozent der potenziellen Käufer einen Selbstzünder bevorzugt, dessen Umweltprobleme damals noch nicht so stark öffentlich diskutiert worden waren. Zuletzt war auch der Anteil neu zugelassener Dieselfahrzeuge in Deutschland weiter deutlich zurückgegangen.

Interesse an Neuwagen so groß wie nie zuvor

Weil die Kunden den Elektroantrieb noch nicht für ausreichend alltagstauglich halten, ist der Otto-Benziner in der abgefragten Käufergunst stark gestiegen. Sein Anteil legte um 10 Punkte auf 52 Prozent zu. Auch Hybrid-Motoren erfreuen sich wachsender Beliebtheit: 15 Prozent (2015: 11 Prozent) der Interessenten wollten sich ein Auto mit der Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor zulegen.

Grundsätzlich herrsche große Lust auf einen Autokauf, berichtet die Tankstellenkette auf der Grundlage einer Online-Befragung mit 1003 repräsentativ ausgewählten Autofahrern. Von ihnen wollten 41 Prozent in den kommenden 18 Monaten ein Auto kaufen - so viele wie noch nie zuvor in der zum achten mal erhobenen Studie. Jeder vierte Befragte interessiert sich dabei für einen Neuwagen, auch dies ein Rekordwert. Zum Vergleich: Bei der Aralstudie 2003 waren nur 7 Prozent an einem Neuwagen interessiert. Die Auswirkungen der in der Dieselkrise ausgelobten Abwrackprämien ist in der im März erhobenen Studie noch nicht abgebildet.

Zuletzt geriet sogar ein letzter Trumpf des Diesel ins Wanken: Das Umweltbundesamt forderte die Abschaffung des Dieselprivilegs bei der Mineralölsteuer.

dpa

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