Börse in Frankfurt

Dax nach Rekordhoch leicht im Minus

Dax
+
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland.

Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich zu Wochenbeginn im Rekordmodus gezeigt.

Sowohl der Dax als auch der MDax und der SDax erklommen am Montag Bestmarken, auch wenn der Leitindex seine Gewinne letztlich nicht halten konnte und minimal schwächer schloss. Die Anleger freuen sich nach wie vor über die unvermindert lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und rechnen auch damit, dass die US-Notenbank (Fed) an diesem Mittwoch an ihrer sehr lockeren Haltung zunächst nichts ändern wird.

Im frühen Handel hatte der Dax erstmals die Marke von 15.800 Punkten hinter sich gelassen und war bis auf knapp 15.803 Punkte gestiegen. Dann ließ der Schwung jedoch nach. Die Verluste an der Wall Street dämpften die Stimmung. Am Handelsende stand ein Minus von 0,13 Prozent auf 15.673,64 Punkte zu Buche. Der MDax, der Index der mittelgroßen Werte, war am Freitag erstmals über 34.000 Punkte geklettert und baute seinen Rekord nun aus. Er legte letztlich um 0,47 Prozent auf 34.176,62 Punkte zu. Der Nebenwerte-Index SDax übersprang am Morgen die Hürde von 16.500 Punkten und schloss letztlich mit 0,05 Prozent im Minus.

Unter den Einzelwerten profitierten Aktien aus dem Umfeld der Alternativen Energien kräftig von politischem Rückenwind. Die führenden westlichen Industriestaaten hatten auf dem G7-Gipfel hinsichtlich der gemeinsamen Klimaziele neue Einigkeit demonstriert. Die G7-Staaten bekannten sich unter anderem zur Verringerung des Ausstoßes von Kohlendioxid bis 2030 um etwa die Hälfte im Vergleich zum Jahr 2010. Klimaneutralität soll bis spätestens 2050 erreicht werden. Zudem schlug die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, auf dem Parteitag am Wochenende der deutschen Industrie einen „Pakt“ vor. Demnach soll der Staat Unternehmen die Kosten erstatten, die sie zusätzlich erbringen müssen, um klimaneutral zu werden.

Im Dax hatten die Aktien von Siemens Energy mit einem Plus von 4,3 Prozent die Nase vorn. Um 4,7 Prozent schnellten im MDax die Anteilscheine des Wind- und Solaranlagenbetreibers Encavis hoch und an der Index-Spitze gewannen die Papiere des Windkraftanlagenherstellers Nordex 7,6 Prozent. Sie profitierten zudem von einem avisierten Großauftrag über eine Lieferung und Installation von bis zu 180 Windkraftanlagen in Australien.

Die Aktien von Teamviewer stiegen um 5,9 Prozent und erholten sich damit etwas von ihren zuletzt kräftigen Verlusten. Eine strategische Partnerschaft mit dem renommierten Software-Giganten SAP gab frischen Schwung. Aktienexperten werteten die Nachricht vor allem für den Göppinger Spezialisten für Computer-Fernzugriff und -wartung positiv. SAP stiegen um 1,3 Prozent.

Im SDax rutschten die Aktien von Auto1 mit minus 3,4 Prozent unter ihren einstigen Ausgabe-Preis von 38 Euro. Analyst Tom Diedrich vom Bankhaus Metzler sah den Grund für die Kursverluste weiterhin vor allem im früheren Auslaufen der Haltefrist für Altaktionäre des Online-Gebrauchtwagenhändlers, die eigentlich bis August hätte andauern sollen.

Europaweit verzeichneten die Börsen ebenfalls Gewinne: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 0,14 Prozent auf 4132,67 Punkte und auch in London und Paris ging es moderat nach oben. In den USA indes gab der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss um 0,6 Prozent nach. Der technologielastige Nasdaq-100-Index stieg leicht.

Der Euro kostete am frühen Abend 1,2126 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2112 (Freitag: 1,2125) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8256 (0,8247) Euro. Am deutschen Rentenmarkt fiel der Rentenindex Rex um 0,07 Prozent auf 144,93 Punkte. Der Bund-Future (September-Kontrakt) gab um 0,17 Prozent auf 172,63 Punkte nach.

© dpa-infocom, dpa:210614-99-983624/6

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Hartz IV: Empfängern drohen wegen Fluthilfen Probleme bei der Verrechnung
Hartz IV: Empfängern drohen wegen Fluthilfen Probleme bei der Verrechnung
Hartz IV: Empfängern drohen wegen Fluthilfen Probleme bei der Verrechnung
BER verzeichnet erstmals mehr als 50.000 Passagiere am Tag
BER verzeichnet erstmals mehr als 50.000 Passagiere am Tag
BER verzeichnet erstmals mehr als 50.000 Passagiere am Tag
„Kein einziges Fass mehr da“ - Weinbau an der Ahr am Boden
„Kein einziges Fass mehr da“ - Weinbau an der Ahr am Boden
„Kein einziges Fass mehr da“ - Weinbau an der Ahr am Boden
Fundamentale Kehrtwende: BMW, VW und Daimler stellen sich auf Tempo 130 ein
Fundamentale Kehrtwende: BMW, VW und Daimler stellen sich auf Tempo 130 ein
Fundamentale Kehrtwende: BMW, VW und Daimler stellen sich auf Tempo 130 ein

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare