Filialen in Ostdeutschland

Daimler verkauft Mercedes-Niederlassungen an Chinesen

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Der Autobauer Daimler hat seine ostdeutschen Mercedes-Benz-Niederlassungen verkauft.

Stuttgart - Daimler setzt die Schrumpfkur beim eigenen Vertrieb fort: 15 Verkaufsfilialen in Ostdeutschland wechseln den Eigentümer. Ein langjähriger chinesischer Partner übernimmt.

Der Autobauer Daimler hat seine ostdeutschen Mercedes-Benz-Niederlassungen verkauft. Eine deutsche Tochterfirma des chinesischen Konzerns Lei Shing Hong (LSH) übernimmt die 15 Standorte mit rund 1200 Mitarbeitern in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, wie Daimler am Freitag mitteilte. Nur die Berliner Verkaufsfiliale bleibt in Ostdeutschland in Daimler-Hand. Zum Verkaufspreis wurden keine Angaben gemacht.

Der Autobauer arbeitet bereits seit langem mit dem chinesischen Vertriebsspezialisten zusammen, nach Kooperationen in Asien erfolgte bereits Ende 2014 die LSH-Übernahme von drei Mercedes-Benz-Standorten in Thüringen. Man habe „einen renommierten und sehr erfahrenen Mercedes-Benz Händler gefunden“, erklärte der Leiter des deutschen Mercedes-Vertriebs, Carsten Oder. Die nun verkauften Niederlassungen sind in Leipzig (2 Standorte), Dresden (4), Magdeburg (3), Schwerin (2), Rostock (2), Valluhn und Upahl.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Daimler-Chefetage entschieden, das eigene Verkaufsgeschäft mit den angeschlossenen Werkstätten zu reduzieren. Dieses Vertriebsgeschäft gilt als wenig lukrativ. Von 158 Mercedes-Filialen mit 15 000 Mitarbeitern sollten 63 mit 4400 Beschäftigten verkauft werden. Seither werden Schritt für Schritt Niederlassungen veräußert - die in einer konzerneigenen Tochter gebündelten 15 Oststandorte sind das bisher größte Paket.

Der Betriebsrat lief dagegen Sturm. Er befürchtet, dass die Vertriebskollegen auf lange Sicht geringer bezahlt werden und länger arbeiten müssen. Die Konzernspitze hielt entgegen, man wolle sich auf das Kerngeschäft fokussieren. Der Verkauf dient nach Darstellung einer Daimler-Sprecherin auch der Sicherung von Arbeitsplätzen.

dpa

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