Globale Wirtschaft leidet

„Enorme Tragweite“ - Coronavirus könnte Lufthansa, Audi, BMW und Mercedes extrem hart treffen

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Die Autobauer bekommen die Folgen des Coronavirus schon zu spüren. (Symbolbild)

Coronavirus und die verheerenden Folgen: Produktionsausfälle in China gefährden die globalen Lieferketten und schüren zunehmend Sorgen um die Weltwirtschaft.

  • Die Folgen des Coronavirus für die weltweite Wirtschaft werden immer deutlicher
  • Messe Mobile World Congress (MWC) in Barcelona abgesagt
  • Autobauer müssen mangels Teilen aus China Werke vorübergehend dichtmachen

Barcelona/Peking - Weltweit steigt die Angst vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus - und natürlich fürchten sich die meisten Menschen vor allem, sich selbst anzustecken. Doch mittlerweile zeigen sich noch weitere Auswirkungen der Krankheit: Vor allem die Folgen für die Weltwirtschaft werden immer deutlicher. Zahlreiche Industriezweige dürften betroffen sein. Je länger die Virus-Krise und die Produktionsausfälle in China andauern, desto schlimmer werden wohl die Nachwirkungen ausfallen.

Coronavirus/Covid19: Messe Mobile World Congress 2020 in Barcelona gestrichen

Wie ernst die Lage infolge des Coronavirus mittlerweile ist, zeigt beispielsweise die Absage des Mobile World Congress (MWC) in Barcelona. Eigentlich hätte die Messe, in der sich alles rund um Mobilfunk und Smartphones dreht, vom 24. bis 27. Februar stattfinden sollen. Weil aber viele der wichtigsten Hersteller aus Asien und China kommen, wären dementsprechend viele Teilnehmer aus jenen Regionen gekommen - davor hatten aber viele andere Firmen offenbar Angst. 

Nachdem Branchengrößen wie LG, Nvidia, Ericsson und Amazon ihre Teilnahme abgesagt haben, zogen die Veranstalter die Notbremse: Die Messe wurde komplett gecancelt. „Unser Mitgefühl gilt derzeit den Betroffenen in China und auf der ganzen Welt“, schreiben die MWC-Veranstalter auf ihrer Homepage. 

Elektronikriese Qualcomm warnt vor den Folgen des Coronavirus für die Mobilfunkindustrie

Vor allem die Produktion von Elektronik könnte ins Stocken geraten - schließlich ist es kein Geheimnis, dass ein Großteil von Smartphones und Tablets inzwischen in China hergestellt wird. Firmen wie Huawei, Xiaomi oder ZTE zählen inzwischen zu den Branchengrößen. Qualcomm, der weltgrößte Hersteller von Smartphone-Chips und Modems, warnt laut einem Onlinebericht des US-Nachrichtensenders CNN bereits davor, dass der Coronavirus dieglobale Mobilfunkindustrie in Schwierigkeiten bringen könnte. Das Unternehmen hat unter anderem wegen des Virusausbruchs bereits die Gewinnprognosen für das nächste Quartal gesenkt.

Produktionsausfälle: Autobauer müssen Werke schließen, weil Teile aus China fehlen

Auch die Autoindustrie bekommt die Folgen des Coronavirus bereits zu spüren: Zahlreiche Hersteller mussten Werke vorübergehend schließen, weil Teilelieferungen aus China ausblieben. Betroffen seien unter anderem Nissan und Hyundai, berichtet BBC. 

Doch die Produktionsseite ist nur ein Teil des Problems: Weil China nicht nur für die Autoindustrie inzwischen ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste Kunde ist, dürfte es manche Unternehmen doppelt hart treffen. Nämlich dann, wenn auch die Nachfrage nach ihren Produkten im Reich der Mitte sinkt. 

Extrem hart treffen könnte der Ausbruch des Coronavirus damit nicht zuletzt deutsche Autobauer wie Audi, BMW und Mercedes - ihre Verkaufszahlen könnten möglicherweise sinken. Die Epidemie habe "eine enorme wirtschaftliche Tragweite", gerade für die deutschen Autobauer, erklärt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer bereits Anfang Februar.

Coronovirus/Covid19: Luftfahrtbranche könnte in Turbulenzen geraten - Flüge nach China gestrichen

Auch die Luftfahrtbranche ist vom Coronavirus betroffen. Die Fluggesellschaft Lufthansa hat beispielsweise bereits alle Flüge in die chinesischen Städte Peking und Shanghai gestrichen - zunächst bis 28. März. Die US-Airline Delta geht sogar noch einen Schritt weiter: Das Unternehmen hat sämtliche Verbindungen nach China bis 30. April ausgesetzt.

Auch die Tourismusbranche dürfte die Folgen des Coronavirus zu spüren bekommen

Die potenziellen wirtschaftlichen und finanziellen Kosten desCoronavirus könnten „beträchtlich sein“ - ähnlich wie 2003 beim Ausbruch von SARS, schreibt die Handelskammer der Europäischen Union in China. Damals sei die Nachfrage für Produkte der konsumnahen Unternehmen stark zurückgegangen. 

„Es ist möglich, dass die wirtschaftlichen Kosten diesmal etwas höher ausfallen werden“, heißt es sogar. Außerhalb Chinas könnten laut dem Statement die wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus in Europa durch alle möglichen Faktoren beeinträchtigt werden: Die Palette reiche von Störungen in der Lieferkette bis hin zu einem starken Rückgang der Touristenzahlen.

Nun machte ein Experte die Hoffnung vieler Menschen zunicht, dass eine Impfung gegen das Coronavirus eine Pandemie verhindern könne, wie merkur.de* berichtet.

Video: Kritik für die Absage des Mobile World Congress in Barcelona

sep

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