Züge fahren wieder weitgehend nach Fahrplan

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Fahrgäste am Hauptbahnhof in Frankfurt am Main: Die meisten Züge rollen nach dem Ende des Lokführerstreiks wieder. Foto: Christoph Schmidt

Berlin - Nach dem Ende des Lokführerstreiks im Personenverkehr hat sich der Betrieb bei der Deutschen Bahn am Freitag weitgehend normalisiert.

Die Bahn startete um 04.00 Uhr morgens wieder mit einem weitgehend stabilen Zugverkehr, wie sie in Berlin mitteilte. Vereinzelt kam es noch zu Verspätungen und Ausfällen. Auch der Streik der Lokführergewerkschaft GDL im Güterverkehr der Bahn endete.

Der 43-stündige Lokführerstreik im Personenverkehr war am Donnerstagabend um 21.00 Uhr zu Ende gegangen. Bis Betriebsschluss galt der für den Streikzeitraum aufgestellte abgespeckte Ersatzfahrplan weiter. Während des Streiks konnten laut Bahn teilweise im Regional- und Fernverkehr mehr Verbindungen angeboten werden als zunächst geplant. Im Fernverkehr wurden zum Teil verlängerte Züge eingesetzt.

Der Deutsche Bahnkunden-Verband (DBV) forderte eine Entschädigungsregelung bei Streiks im Regional- und Nahverkehr. "Fällt ein Zug wegen Streiks aus, erhält dafür das Verkehrsunternehmen kein Geld", erklärte der Verband mit Verweis auf entsprechende Regelungen der Länder Berlin und Brandenburg, wonach nur Züge bezahlt werden, die auch tatsächlich fahren. "Wer als Fahrgast an einem Streiktag statt des Zuges das Auto für seinen Weg nehmen musste, hat keine Erstattungs- oder Entschädigungsansprüche", kritisierte der Verband in Berlin.

Während des Ausstands im Güterverkehr konnten mehr als zwei Drittel der Züge fahren, wie die Bahn weiter mitteilte. Zeitkritische und versorgungsrelevante Züge seien bevorzugt gefahren worden. Die Auswirkungen würden aber noch einige Tage zu spüren sein: Der Rückstau der in den Depots stehenden Züge werde voraussichtlich erst bis Anfang kommender Woche abgebaut sein.

Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, kritisierte erneut den Vorstand der Deutschen Bahn. "Ein schriftliches Festhalten von Zwischenergebnissen scheut die DB wie der Teufel das Weihwasser. Das ist Methode. Alles offen halten. Nichts genau festlegen", sagte Weselsky im WDR. Das Unternehmen reagiere nur auf Druck der Arbeitskämpfe.

Das von der Bundesregierung geplante Tarifeinheitsgesetz habe dazu geführt, "dass die Arbeitgeber keine Lust mehr haben, mit Berufsgewerkschaften Tarifverträge abzuschließen", sagte Weselsky weiter. Der Tarifkonflikt mit der GDL sei daher "ein Pilotprojekt". Die GDL sei aber eine Gewerkschaft, die ihre Arbeitnehmerrechte verteidige. Mit der rivalisierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) werde die GDL auch weiter nicht zusammen verhandeln, sagte Weselsky. Dafür seien die Strukturen der beiden Gewerkschaften zu verschieden.

Grund für den Ausstand war der seit zehn Monaten andauernde Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL). Die Deutsche Bahn verhandelt parallel auch mit der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), weil beide Gewerkschaften sich nicht auf Spielregeln für ein gemeinsames Vorgehen einigen konnten. EVG und GDL wollen Tarifabschlüsse für alle ihre Mitglieder erreichen, die Bahn will aber unterschiedliche Ergebnisse für ein und dieselbe Berufsgruppe verhindern.

AFP

Bahn-Pressemitteilung

Aktuelles der Bahn zum Tarifkonflikt

Streik-Ankündigung

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