Verbraucherzentrale mit wichtigem Hinweis

Aldi-Filiale ändert Umgang mit Kunden - ist das noch in Ordnung?

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Aldi eröffnet erste Filialen in China

Nicht überall gelten bei Aldi die gleichen Regeln. Eine Filiale hat für den Umgang mit den Kunden eine Regel aufgestellt, die viele stören dürfte.

Neuss/München - Privatsache ist Privatsache - deshalb lassen sich die meisten Menschen auch nicht gern in ihre Taschen oder Rucksäcke schauen. Was bei einigen Supermärkten jedoch bereits seit geraumer Zeit quasi zum guten Ton gehört, kommt mittlerweile auch bei Aldi Süd auf Kunden zu. Wie t-online berichtet, bitten Kassierer(innen) in einer Filiale im nordrhein-westfälischen Neuss um einen Blick in mitgebrachte Trolleys, Taschen oder Rucksäcke.

Diese Neuerung ruft nicht gerade Begeisterung hervor, t-online zufolge sind viele Kunden davon genervt. Der genaue Hintergrund der Aktion ist nicht bekannt. Da die Kontrollen aber vermehrt auftreten sollen, scheint es nicht um konkrete begründete Verdachtsmomente zu gehen, dass die betroffenen Kunden womöglich Artikel mitgehen lassen wollten. Dieses Vorgehen wäre jedoch unzulässig, wie die Verbraucherzentrale erklärt.

Pauschale Taschenkontrolle bei Aldi: „Unzulässiger Eingriff in Persönlichkeitsrecht“

Demnach müssten zwar auf frischer Tat ertappte Kunden ihre Taschen öffnen, ohne einen konkreten Verdacht können diese Kontrollen jedoch guten Gewissens abgelehnt werden. Schließlich handele es sich um einen „unzulässigen Eingriff in das Persönlichkeitsrecht“. Daran ändere auch ein Hinweisschild im Supermarkt, das auf diese Kontrollen verweist, nichts. Zudem sei die Verweigerung einer unbefugten Taschenkontrolle kein Grund für ein Hausverbot.

Die Verbraucherzentrale betont auch, dass sich Kunden im Falle eines bei einer Diskussion uneinsichtigen Personals anschließend die Geschäftsführung aufsuchen und sich dort beschweren können. Sollten Kunden „gegen ihren Willen und zu Unrecht festgehalten“ werden, würden Geschäftsführer und Angestellte gegen geltendes Recht verstoßen. In diesem Fall gebe es die Möglichkeit, Strafanzeige zu erstatten und im Falle eines Schadens auf Schadenersatz zu bestehen.

Video: Taschenkontrolle im Supermarkt - Ist das in Ordnung?

Auf diese Art wären Taschenkontrollen bei Aldi möglich

Es kann von Kunden jedoch verlangt werden, beim Betreten des Supermarktes die Taschen abzugeben. Zulässig sei dies aber nur, „wenn Einkaufstaschen bewacht oder in einem Schließfach untergebracht werden können“. Bei sich behalten dürfen Kunden dagegen kleine Handtaschen, in denen persönliche Wertgegenstände transportiert werden.

Eine Aldi-Kundin hat eine Rucksackkontrolle von zwei Schülern an der Kasse öffentlich gemacht und für sich die Konsequenzen gezogen. In einem REWE-Markt in Essen wurden die Taschen schon im vergangenen Jahr kontrolliert - auch hier hagelte es Kritik. Bereits Monate zuvor hatten sich REWE-Kunden darüber beschwert, dass es ein Paar seine Taschen ohne Anfangsverdacht öffnen sollte.

Eine Aldi-Kundin wollte nur ein wenig Marmelade naschen - doch als sie das Glas öffnet, dürfte ihr der Appetit grundlegend vergangen sein. Währenddessen muss Aldi Nord ein beliebtes Produkt für Kinder wegen Erstickungsgefahr zurückrufen

Kunden von Aldi Süd können derzeit von einer besonderen Rabattaktion profitieren. Sie betrifft allerdings nur Waren aus einem ganz bestimmten Segment.

mg

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