Analyse von Einkaufsbons

Aldi, Edeka & Co.: Preise für Eigenmarken steigen deutlich schneller als für Markenartikel

Supermärkte wie Edeka, Aldi oder Rewe haben einer Analyse zufolge die Preise bei ihren Eigenmarken in den vergangenen Monaten stark erhöht.

Hamburg – Von wegen gut und günstig: Die Supermärkte und Discounter haben in diesem Jahr ihren Eigenmarken ordentliche Preisaufschläge verpasst. Das ergab eine Bondatenanalyse der Preisvergleichsapp Smhaggle. Demnach sind die Preise für Eigenmarken wie „Gut & Günstig“ oder „Ja“ stärker gestiegen als die der Markenartikel wie etwa Coca-Cola oder Barilla.

Edeka und Rewe: Preisaufschläge bei den Eigenmarken „Gut & Günstig“ und „Ja“

Dabei verzeichnen zum Beispiel die Eigenmarken von Aldi Preiserhöhungen von 18 Prozent, während die Markenartikel nur 9,2 Prozent teurer wurden, berichtet die Lebensmittelzeitung unter Berufung auf die Smhaggle-Auswertung. Bei Edeka hat die Eigenmarke „Gut & Günstig“ 24 Prozent zugelegt, Markenartikel dagegen um 12,8 Prozent. Bei Rewe ergibt sich ein ähnliches Bild: Auch hier kostet die Eigenmarke Ja“ nun im Durchschnitt 24 Prozent mehr, während die Markenartikel bei 11,8 Prozent liegen.

Laut Analyse gab es bei Rewes Eigenmarke „Ja“ Preiserhöhungen um im Durchschnitt 24 Prozent. (Archivbild)

Das ist besonders überraschend, da die Supermärkte gerade die Hersteller von Markenartikeln wegen ihrer Preisforderungen stark attackieren. Jüngstes Beispiel ist ein hämischer Facebook-Post der Edeka-Tochter Netto über den Süßwaren-Hersteller Mars. Darin heißt es: „Der Hersteller Mars fordert eine unangemessene Preiserhöhung. Wir von Netto kämpfen für euch und bieten dir mit unseren Eigenmarken eine mindestens 64 Prozent günstigere Alternative, die aber 100 Prozent genauso gut schmeckt.“ Bei Herstellern anderer Marken wie etwa Milka kam es wegen eines Preiskampfs mit Edeka sogar zu Lieferstopps.

Tabelle: Preiserhöhungen bei Eigenmarken stärker als bei Markenartikeln

Unterdessen haben die Supermärkte bei den Eigenmarken aber noch drastischer die Preise erhöht, wie eine Tabelle aus der Bondatenanalyse exemplarisch zeigt. Sie vergleicht, welche Preissteigerungen Eigenmarken-Produkte im Vergleich zu ihren Pendants bei den Markenartikeln hingelegt haben. So ist der Preis für Butter von Kerrygold beispielsweise um 20,8 Prozent gestiegen, während er bei der Eigenmarken-Butter um 38,8 Prozent zugelegt hat – und Spaghetti von Barilla kosten jetzt 17,8 Prozent mehr, Spaghetti der Eigenmarken sind dagegen um 36, 9 Prozent teurer geworden.

Hinweise zu den Tabellen: Markenprodukte sind händlerübergreifend erhältlich. Die angegebenen Preise können regional sowie bei durch Kaufleuten geführten Märkten unter Umständen abweichen. Eigenmarkenprodukte sind Produkte, die unter den eigenen Handelsmarken der jeweiligen Händler vertrieben werden. Diese Produkte sind ebenfalls händlerübergreifend erhältlich und werden in der Regel zum identischen Preis angeboten.

Markenprodukte oder Eigenmarken? So lässt sich beim Supermarkt-Einkauf Geld sparen

Die Preisvergleichsapp Smhaggle funktioniert über das Hochladen von Kassenbons durch die Nutzer. Dadurch können die Bondaten analysiert werden, Preisschwankungen bei den Produkten aller Supermärkte verfolgt und ermittelt werden, wo Konsumgüter aktuell am günstigsten sind. Dem Gründer und CEO Sven Reuter zufolge hat Smhaggle in Deutschland 250.000 Nutzer.

Hinter den starken Preissteigerungen bei den Eigenmarken vermutet Reuter, dass die Händler ihre Erträge optimieren wollen. Laut Lebensmittelzeitung versuchen Supermarktketten wie Edeka oder Rewe, sich so gegen den Abwärtstrend zu stemmen. Sie haben dem Marktforschungsunternehmen GfK zufolge vier Prozent Umsatz verloren, während der Druck durch die Discounter-Konkurrenz wächst.

Reuter rät Verbrauchern, die beim Supermarkt-Einkauf Geld sparen wollen, ihre Einkäufe vorher sorgfältig zu planen und sich erst einmal einen Überblick über die Sonderangebote zu verschaffen. Wer lang haltbare Produkte wie Kaffee, Marmelade oder Nudeln im Sonderangebot kauft, kann so bares Geld sparen. „Markenprodukte sind dabei manchmal sogar günstiger als Eigenmarken“, so Reuter.

Sollten sich die gewünschten Markenartikel nicht im Sonderangebot befinden, sind Eigenmarken allerdings durchschnittlich 45 Prozent günstiger als das vergleichbare Markenprodukt. „Eigenmarken gibt es bei jedem Händler – Supermarkt und Discounter“, erklärt Reuter. „Steuern Sie also den Händler an, bei dem Sie die meisten Ihrer Produkte in der Aktion kaufen können und decken Ihren restlichen Warenkorb über Eigenmarken.“
 
 

Rubriklistenbild: © Martin Wagner/Imago

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