Gut, aber...

Zu hohe Erwartungen an "Wish I was here"

Scrubs-Star Zach Braff führte in seiner neuen Filmkomödie "Wish I Was Here" nach seinem Debütfilm „Garden State“ nicht nur wieder Regie, sondern spielt an der Seite von Kate Hudson auch die Hauptrolle.

Mit Zach Braffs Film „Wish I Was Here“ ist es ein bisschen wie mit dem Geometrieunterricht seiner Hauptfigur Aidan Bloom: ganz unterhaltsam, aber die angekündigten Höhepunkte bleiben aus. Das Versprechen, das Zach Braff abgegeben hat, liegt genau zehn Jahre zurück und heißt: „Garden State“. Das Regiedebüt von Braff, ein zauberhafter Film mit ihm selbst und Natalie Portman in den Hauptrollen, hat dem aus der Klamauk-Krankenhausserie „Scrubs“ bekannten Braff so viele Fans eingebracht, dass die ihm nun seinen zweiten Film ganz nach seinen Vorstellungen finanziert haben. Per Crowdfunding sammelte Braff mehr als drei Millionen Dollar ein. Damit erkaufte er sich nicht nur das Recht, selbst die Endfassung des Films zu bestimmen, für den er zusammen mit seinem Bruder Adam das Drehbuch geschrieben hat, sondern er konnte auch sein Wunsch-Ensemble für „Wish I Was Here“ zusammenstellen.

Kein Wunder, dass die Fans insgeheim eine Fortsetzung von „Garden State“ erwarten. Auch Braff schien genau das liefern zu wollen: Statt eines „Twentysomething“ stolpert nun ein Mitdreißiger durchs Leben. Wieder spielt Braff die Hauptrolle, wieder einen erfolglosen Schauspieler, den diesmal aber Erwachsenen-Sorgen plagen: Wie lange darf man dem eigenen Traum nachjagen, wie sorgt man für eine Familie, was soll man den eigenen Kindern beibringen und wie geht man mit der tödlichen Krankheit des Vaters um?

Braff setzt bei „Wish I Was Here“ auf die gleichen Mittel wie bei seinem Erstling: toll fotografierte Bilder, ein herausragender Soundtrack (Bon Iver, Cat Power, The Shins) und mit Kate Hudson („Almost Famous“) als Ehefrau und mit Mandy Patinkin („Homeland“) als Vater eine Top-Besetzung. Dazu kommt die bewährte Mischung aus Melancholie, von teilweise urkomischen, auch hintersinnigen Szenen (ein leeres Fach mit der Aufschrift „Diese Broschüre könnte ihr Leben retten“) bis hin zu echtem Slapstick (ja: ein Rabbi auf einem Sagway).

Doch das Ganze hat einen entscheidenden Haken: Trotz der für sich genommen vielen schönen Elemente funktioniert die Mischung nicht. Eine Ursache ist sicher die Überfrachtung mit zu vielen Themen, zu vielen Problemen. „Wish I Was Here“ ist kein schlechter Film, er scheitert aber an den Erwartungen. Hauptfigur Aidan Bloom kündigt die angeblichen späteren Höhepunkte seines Geometrieunterrichts übrigens mit dem Satz an: „Das ist wie bei Sting: Der spielt auch nicht gleich zu Anfang die alten Police-Hits.“ Zach Braff scheint mit „Garden State“ sein „Roxanne“ bereits gespielt zu haben.

Von Philipp Vetter

Rubriklistenbild: © Wild Bunch

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