Gruselige Großeltern

"The Visit": Schön unheimlich

Nach einigen Flops kehrt M. Night Shyamalan mit „The Visit“ zu seinen umjubelten Anfängen als Schauer-Regisseur zurück. Clever verknüpft "The Visit" subtilen Humor mit Märchenelementen.

Als „Regie-Wunder“ wurde M. Night Shyamalan nach seinem Überraschungserfolg „The Sixth Sense“ (1999) gefeiert. Ein paar Flops wie „Die Legende von Aang“ später fällt die Begeisterung anlässlich eines neuen Films von Shyamalan verhaltener aus. Zu oft hat der Regisseur durch die aufdringliche esoterische Moral seiner Arbeiten für Enttäuschung gesorgt. Der Thriller „The Visit“ soll es nun richten und Shyamalans ramponierten Ruf korrigieren: keine verschwurbelten Botschaften, purer Grusel, mehr nicht. Und anfangs lässt sich die Schauermär auch spannend an: Der zehnjährige Tyler und seine fünf Jahre ältere Schwester Rebecca haben ihre Großeltern bisher nie gesehen. Noch vor Rebeccas Geburt verließ die schwangere Tochter das Elternhaus für immer. Alle Versöhnungsversuche waren erfolglos – bis jetzt. Während das Urlaubs ihrer Mutter sollen die Geschwister endlich Oma und Opa kennenlernen.

Shyamalan kehrt mit „The Visit“ zu seinen umjubelten Anfängen zurück. Clever kombiniert er Märchenelemente mit subtilem Horror, der nahezu ohne Blut auskommt. Skizziert wird das Geschehen in der „Found Footage“-Technik, also aus angeblich gefundenen Videoaufzeichnungen von Rebecca. Leider hält Shyamalan diesen Blickwinkel und die damit verbundene Handkamera-Ästhetik nicht konsequent durch. Gerade in besonders verstörenden Szenen wie jener beim Versteckspiel unter der Veranda des Hauses fällt das Konstrukt in sich zusammen. Schön unheimlich sind diese Großeltern aber trotzdem. 

„The Visit“

Mit Kathryn Hahn

Regie: M. Night Shyamalan 

Laufzeit: 94 Minuten

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Housebound“ mochten.

Rubriklistenbild: © Universal Pictures Germany/dpa

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