400 Jahre alt

1.000.000 Dollar: „Bares für Rares“-Susi entdeckt verschollenes Gemälde in Privathaushalt

Drei Screenshots von Instagram: Susi erzählt von ihrem Erfolgserlebnis auf Instagram, man sieht das Gemälde
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Susi erzählt von ihrem Erfolgserlebnis auf Instagram.

In einem Instagram-Video erinnert sich Susanne Steiger an einen ganz besonderen Verkauf. In einem Privathaushalt entdeckte sie ein barockes Gemälde, das 30 Jahre lang verschollen war. Im Auftrag des Besitzers konnte die „Bares für Rares“-Händlerin es für knapp eine Million Euro versteigern.

„Ich habe diese Tulpe in einem Bonner Privathaushalt aufgetan“, erzählt Susi in einem Video, das der offizielle „Bares für Rares“-Account auf Instagram teilt. Bei dem 400 Jahre alten Gemälde handelt es sich um die „Tulpe Sommerschön“ des niederländischen Künstlers Balthasar van der Ast (1593/94-1657). Zuletzt war es 1984 in Amsterdam ausgestellt worden. Seitdem galt das Stillleben als verschollen.

Durch Zufall: „Bares für Rares“-Star Susi findet 30 Jahre lang verschwundenes Kunstwerk

Dass Susanne Steiger das Kunstwerk fand, war aber reiner Zufall. Wie die Aachener Zeitung berichtet, war die „Bares für Rares“-Expertin mit ihrem Kollegen, dem Diamanten-Gutachter Christian-Frederik Plötz bei einem Kunden Zuhause, um dessen Schätze zu besichtigen. Normalerweise handelt Susi mit Schmuck, doch als sie das Gemälde der Tulpe entdeckte, war ihr sofort klar, dass es etwas ganz Besonderes sein musste.

Zufällig war zur gleichen Zeit jemand anderes auf der Suche nach dem Gemälde. Das Aachener Suermondt-Ludwig-Museum plante nämlich eine Ausstellung mit dem Titel „Schöner als die Wirklichkeit. Die Stillleben des Balthasar van der Ast“, die im März 2016 beginnen sollte. Das verschollene Werk sollte darin einen besonderen Platz einnehmen - zunächst musste es aber gefunden werden.

Dank guten Marketing: Gemälde wird für knapp eine Million Euro versteigert

Die Kuratorin Sarvenaz Ayooghi startete im Netz einen Aufruf, um herauszufinden, ob jemand den Aufenthaltsort des Gemäldes kannte. Die Chancen standen denkbar schlecht, in der Szene wurde Ayooghi von ihren Kollegen nur belächelt. Doch das Schicksal spielte ihr direkt in die Karten. Plötz wurde nämlich auf das Gesuch der Kuratorin aufmerksam. Und so konnte die schöne Tulpe im Aachener Museum ausgestellt werden.

Später muss sich der Besitzer dazu entschieden haben, das Kunstwerk, das 1625 entstanden ist, zu verkaufen. Denn Susi Steiger bot es in seinem Auftrag im Auktionshaus Christie‘s an. „Wir haben es wirklich gut vermarktet“, erklärt die „Bares für Rares“-Händlerin stolz. Denn sie hat eine beeindruckende Summe erwirtschaftet. Sie selbst berichtet von einer Million Dollar. Auf der Website des Auktionshauses kann man nachlesen, dass das Gemälde für 809,000 britische Pfund versteigert wurde - umgerechnet etwa 950.000 Euro. Geschätzt wurde es zuvor auf 300.000 bis 500.000 Pfund. „Marketing ist eben alles“, weiß Susi.

Barockmeister van der Ast malte mit Vorliebe Blumen und Früchte

In seiner Malerei konzentrierte sich van der Ast vor allem auf Blumen, Früchte und Insekten. Der Schmetterling, der bei der „Tulpe Sommerschön“ abgebildet ist, hat eine symbolische Funktion: Er steht für Vergänglichkeit - ein beliebtes barockes Motiv. Das Ölgemälde ist für den stolzen Preis übrigens eher klein: Die Maße betragen 26.5 x 20 cm.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Susanne Steiger für ein Gemälde begeistert. Als sie bei „Bares für Rares“ einen Chagall erblickte, war die Händlerin völlig aus dem Häuschen: „Hing bei uns im Schlafzimmer“. Verwendete Quellen: Instagram/Bares für rares, aachener-zeitung.de, christies.com

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