Alle Fakten zur beliebten ZDF-Sendung

Wussten Sie, dass dieser „Bares für Rares“-Händler Schauspieler ist?

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„Bares für Rares“-Händler Ludwig Hofmaier.

Horst Lichter sorgt mit seiner Trödel-Show „Bares für Rares“ täglich für hohe Einschaltquoten. Da stellt sich die Frage: Ist da alles echt oder ist einiges an der Show nur ein Fake? Wir haben die Fakten für Sie. 

Die ZDF-Daytime-Show „Bares für Rares“ ist eines der erfolgreichsten Konzepte des Senders: Täglich fiebern an die drei Millionen Zuschauer vor dem Fernseher mit, wer seine Antiquitäten an den Mann oder die Frau bringen kann. Seit über vier Jahren kann man von zu Hause aus mitverfolgen, wie junge und alte Menschen ihre Schätze - von alten Buddha-Statuen über Oldtimer bis hin zu Gemälden war alles schon zu sehen - an die Händler bringen wollen. Das Ziel: Bares für Rares bekommen. 

Wie läuft die Sendung „Bares für Rares“ ab?

Das Konzept der Show ist leicht zu verstehen: Die Antiquitäten verschiedenster Art werden von Experten genau begutachtet. Ist das gute Stück wirklich echt oder handelt es sich um eine Fälschung? Aus welchem Material ist es, woher kommt es, von welchem Künstler wurde es gefertigt? Immer mit dabei ist selbstverständlich Horst Lichter - nicht als Experte, sondern als Moderator. Er will die nostalgischen Geschichten hinter den großen Schätzen und den kleinen Kuriositäten erfahren. Nach der Aufklärung der Experten kommt es zu einer Einschätzung der Besitzer, wie viel sie erwarten, für ihr „Rares“ zu erhalten. Dann haben noch ein letztes Mal die Experten das Wort und sagen, wie viel das Stück denn tatsächlich wert ist.

Falls diese beiden Werte stark auseinanderklaffen, geht es für den Verkäufer samt seiner Ware wieder nach Hause. Beispielsweise, wenn der Verkäufer meint, er möchte mindestens 1000 Euro für seine Uhr bekommen und die Experten den Wert auf gerade einmal 200 schätzen. Wenn sich Verkäufer und Experte aber ungefähr einig sind und sich auf dem selben Preislevel befinden, gibt es eine so genannte Händlerkarte. Diese ist dann die Eintrittskarte zum Verkauf. Ab diesem Zeitpunkt ist Taktik und Feilschen gefragt.

Im sogenannten Händlerraum treten die Verkäufer einzeln vor fünf Händler - die keine Ahnung von der Experteneinschätzung haben. Ähnlich wie bei einer Versteigerung sagen diese dann, wie viel sie zahlen würden und treiben die Preise so meist etwas in die Höhe. Falls ein Preis nicht mehr überboten wird, liegt es am Verkäufer - entweder weiter zu versuchen, auf mehr hochzuhandeln, das Angebot anzunehmen oder die Antiquität wieder mit nach Hause zu nehmen. 

„Bares für Rares“ ist die Erfolgsshow vom ZDF - doch geht da wirklich alles mit rechten Dingen zu? Wir haben mal nachgefragt. 

Wer sind die Experten bei „Bares für Rares“?

In der Show dreht sich so gut wie alles um die Experten, deren Einschätzung und am Ende natürlich um die Meinung der Händler zu der jeweiligen Rarität. Die Experten sind nicht immer die selben - dennoch gibt es wiederkehrende Gesichter. Die unter den Zuschauern bekanntesten Experten sind diese drei: 

Dr. Heide Rezepa-Zabel hat Kunstgeschichte, Zeitgeschichte und Design des 20. Jahrhunderts studiert. Außerdem ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im „Museum der Dinge“ in Berlin. Ihr Spezialgebiet: das Begutachten von Diamanten. 

Albert Maier beschreibt sich selbst mit den Worten: „Ich weiß alles, ich kenne alles und habe schon alles gesehen“. Er stammt aus Ellwangen, beschäftigt sich seit vielen Jahrzehnten mit den Hinterlassenschaften unserer Vorfahren und erkennt sofort: Was ist Original und was eine Fälschung?

Sven Deutschmanek eignete sich sein ganzes Wissen innerhalb von 18 Jahren selbst an. Der gelernte Kfz-Mechaniker ist heute vor allem als Berater tätig - sein Spezialgebiet reicht von Designklassikern der 1970er Jahre über Blechspielzeug bis hin zu Silber und Porzellan. 

Wer sind die Händler bei „Bares für Rares“? Ludwig Hofmaier war auch Schauspieler und Turner

Ähnlich ist es bei den Händlern, auch diese wechseln immer mal wieder. Begeisterte Zuschauer werden aber vor allem diese Namen gut kennen:

„Bares für Rares“-Händler Ludwig Hofmaier.

Ludwig Hofmaier stammt aus Regensburg und liebt alles, was man sich in die Wohnung stellen kann. Einen eigenen Laden hat er nicht - seine Devise lautet: Ankaufen und zügig weiter verkaufen. Der 76-Jährige trägt den Spitznamen „Handstand-Lucki“ und blickt auf eine bewegte Vita zurück. Ein Auszug: Er wurde Bayerischer und Deutscher Meister im Turnen. Er lief 1966 im Handstand (!) von Regensburg nach München. Er war früher nicht nur ein Top-Turner, sondern auch Schauspieler, etwa als Hauptdarsteller im Film „Play Harlekin“ aus dem Jahr 1966. Der BR zeigt hier Auszüge daraus und zeichnet das Leben von Hofmaier schön nach:

Um das klarzustellen: Bei „Bares für Rares“ ist Hofmaier natürlich echt. Er arbeitet dort selbstverständlich nicht als Schauspieler.

Susanne Steiger ist eine wahre Schmuckexpertin. Die Kölnerin ist selbst Inhaberin von zwei Schmuckgeschäften. Selbst bezeichnet sich die gelernte Steuerfachwirtin als Händlerin aus Leidenschaft.

Wolfgang Pauritsch ist in der Szene sehr bekannt. Mit seiner Geschäftspartnerin führt er ein Kunst- und Auktionshaus im Allgäu. Er gehört zu den beliebtesten Auktionatoren Deutschlands. 

Fabian Kahl stammt aus Leipzig und ist mit Antiquitäten im Schloss seines Vaters aufgewachsen. Bereits mit 17 machte er sich selbstständig und eröffnete sein eigenes Antiquitäten-Geschäft - mit 20 folgte dann die eigene Galerie.

Walter Lehnertz, besser bekannt als „Waldi“, hat neben seiner riesigen Trödelhalle einen Laden mit hochwertigen Möbeln und eine eigene Baufirma. Seine Liebe zu Antiquitäten entdeckte er nach einem Bandscheibenvorfall - denn damals musste er sich beruflich neu orientieren.

Daniel Meyer ist seit Anfang an bei „Bares für Rares“ mit dabei. Er studierte Kunstgeschichte und freie Malerei. Gleich nach seinem Abschluss wurde er zum Besitzer des größten Trödelladens in Münster. In seinem Auktionshaus führt er erfolgreiche Kunst- und Antiquitäten-Versteigerungen durch. 

„Bares für Rares“ auf ZDF - Ist da wirklich gar nichts fake?

In einem Interview mit „Das neue Blatt“ verrät der ehemalige TV-Koch Horst Lichter das Erfolgsrezept von „Bares für Rares“: „Wir zeigen Trödelgeschäfte, die sich auch realistisch abspielen. Es gibt keine Fakes, die ja sonst woanders so nachhaltig durchgezogen werden.“ 

Bei vielen Zuschauern kommen trotz Lichters Garantie der „Echtheit“ schon mal leicht Zweifel auf. In manchen Foren wird dem ZDF sogar vorgeworfen, die ganze Show sei „gescripted“. Das würde bedeuten, dass die Besitzer mit ihren Antiquitäten nur Schauspieler sind, die sich an ein Drehbuch zu halten haben. Wir haben uns gefragt: Was ist eigentlich echt - und was ist fake? Die Antworten auf alle wichtigen Fragen rund um „Bares für Rares“ gibt es hier.

Das Pendant auf Kabel 1 „Schätze unterm Hammer“: Hier wird eine Antiquität als Fake entlarvt

Wer kann sich bei „Bares für Rares“ bewerben und wie läuft das Casting ab? 

Zuerst einmal: Sie müssen kein Schauspieler sein, um Opas alte Taschenuhr bei „Bares für Rares“ zu verkaufen - jeder darf und kann sich bewerben. Nach jeder Sendung kommt ein Aufruf, sich über eine bestimmte E-Mail Adresse zu bewerben. Als Antwort auf die Mail kommt ein „Castingbogen“ zurück. In diesem Formular werden verschiedene Informationen zur Person wie Beruf und Hobbys erfragt und natürlich auch einiges zur Rarität. Ab wie viel Euro man sie verkaufen würde, welche Geschichte man dazu erzählen kann und vieles mehr. Fotos von sich selbst und der Antiquität müssen auch angehängt werden. 

Wie Stefan Unglaube, der Ansprechpartner beim ZDF für „Bares für Rares“, unserer Onlineredaktion verraten hat, durchlaufen die Bewerber ein gründliches und umfangreiches Casting. Falls die Casting-Redakteure Gefallen an der Bewerbung finden, kommt es zu einem Gespräch. Alles mit dem Ziel, „ein aussagekräftiges Bild der Verkäufer und der angebotenen Objekte zu bekommen“, so Unglaube. 

Suchen die „Bares für Rares“-Caster nach einer interessanten Person oder nach einem besonderen Objekt?

Wenn man sich den Castingbogen genau anschaut, entdeckt man auch die Frage: „Haben Sie bereits an Fernsehsendungen teilgenommen? Wenn ja, wann und bei welchen Sendungen?“ Außerdem werden für viele Menschen sehr private Details wie der Familienstand erfragt - und wozu wird ein Foto vom Bewerber gebraucht? Geht es in der Show etwa in erster Linie um die Person, statt um das Objekt? 

Von Ungaube kam diesbezüglich ein klares Nein. Natürlich gehören zu dem Erfolgskonzept der Show teilweise persönliche Geschichten, diese sollten sich aber auch stets auf das Objekt beziehen. Es wird also klar nach dem Objekt ausgesucht, wer bei der Show dabei sein darf. 

Überraschender Fake bei den „Bares für Rares“-Experten: Bei den Exponaten wird ihnen auf die Sprünge geholfen

So manch einer wird sich auch schon mal über das hohe Wissensgut der Experten gewundert haben: Egal, mit
welchem Stück die Besitzer reinmarschieren - die Experten wissen nach einer kurzen Begutachtung genau, aus welchem Jahrhundert die Antiquität kommt, wer der mögliche Künstler ist und aus welchem Material sie besteht.

Die Experten zusammen mit Horst Lichter. Wissen die wirklich immer alles, oder tun sie auch manchmal nur so?

Hinter den Kameras beschäftigen sich die Casting-Redakteure der Produktionsfirma zusammen mit Kunsthistorikern mit dem Objekt und versuchen, alle wichtigen Informationen dazu anzusammeln. Es ist also nicht so, wie man beim Sehen der Show vermuten könnte: Die Experten wissen sicherlich viel, aber nun mal nicht alles. Dass sie Vorwissen zu den jeweiligen Exponaten übermittelt bekommen, ist also mindestens ein kleiner Fake.

Auch wenn die Experten schon vorab Informationen bekommen, sehen sie das Stück mit der Kamera zusammen das erste Mal. 

Und übrigens: Die Händler wissen tatsächlich nichts von den Stücken, die ihnen auf den Tisch gelegt werden. Im Händlerraum passiert alles auch so, wie man es dann im Fernsehen sieht. 

Man sieht bei „Bares für Rares“ immer so viele Menschen rumstehen - sind das alles Statisten?

Böse Zungen behaupten, alle Menschen, die mit ihren Antiquitäten in der Schlange stehen und scheinbar „spontan“ zum Casting gekommen sind, um eine Begutachtung zu erhalten, seien nur Statisten - die für die Kameraaufnahmen bezahlt werden. 

Da haben wir auch mal nachgehakt: „Alle Menschen, die in der Schlange stehen, bekommen ein Expertise, wir begleiten aber nur die spannenden Fälle komplett mit der Kamera“, so Stefan Unglaube. Also haben sich alle vermeintlichen Statisten einem Casting unterzogen und kriegen auch eine Begutachtung. Womöglich kriegen diese eher keine Händlerkarte, weshalb sie auch nicht mit der Kamera begleitet werden. 

Die alles entscheidende Frage: Gibt es ein Drehbuch bei „Bares für Rares“?

Trotz dieser Antworten kann es ja trotzdem sein, dass es ein Drehbuch gibt, an das sich die Verkäufer halten müssen. Ist das so? Auch hier gibt der zuständige ZDF-Redakteur Unglaube Entwarnung an alle „Bares für Rares“-Fans: Ein Drehbuch gebe es nicht, „und die Protagonisten sollen natürlich und spontan in unserer Sendung agieren“. Also fast so, wie es auch Lichter schon sagte.

Fakt ist: „Bares für Rares“ ist ein Erfolgskonzept, und das mit gutem Grund. Denn dort scheint - außer auf ein paar Kleinigkeiten - den Zuschauern wirklich nichts vorgegaukelt zu werden. Das kommt heutzutage ja nicht mehr allzu häufig vor. Also, Sie dürfen weiter fröhlich vor dem Fernseher sitzen und leicht schmunzeln, wenn Horst Lichter mal wieder sagt: „So erzähl mal, wo haste das Ding denn her?“

„Bares für Rares“: Die Sendetermine

Hier können Sie Horst Lichter samt seiner „Trödel-Gruppe“ im Fernsehen sehen:

Montags bis freitags:

  • um 15:05 Uhr auf ZDF,
  • um 8:30 Uhr (zwei Folgen) und um 18:35 (zwei Folgen) auf ZDFneo
  • um 6:00 Uhr, 14: 00 Uhr und 18:30 Uhr auf ServusTV (A)

Samstags:

  • um 16:05 auf ZDF

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