Wirbel um Gelb-Rot für Volland: „Schlitzohr“ Kramaric gibt Provokation offen zu
Das kommt nun wirklich selten vor! Stürmer Andrej Kramaric stellt sich nach dem 0:1 seiner TSG Hoffenheim gegen Union Berlin ans Sky-Mikrofon – und spricht ohne Umschweife von einer absichtlichen Provokation, die kurz vor der Halbzeit der Partie zur Gelb-Roten Karte für Gäste-Angreifer Kevin Volland geführt hat.
Was war passiert? In der Schlussphase der ersten Hälfte ging es hoch her. Im Fokus standen Hoffenheims Stanley Nsoki und Volland. Nach einem Gerangel gab Schiedsrichter Robert Hartmann beiden Gelb. Nsoki griff dem Berliner Profi noch ins Gesicht, durfte aber zunächst auf dem Feld bleiben. Wegen vorheriger Fan-Proteste gegen den Investoren-Deal der Deutschen Fußball Liga (DFL), wodurch die Partie sogar kurz vor dem Abbruch stand, dauerte die Nachspielzeit lange. Und der Franzose in Diensten der Kraichgauer hatte seine Emotionen nicht im Griff, foulte Volland wenig später per Ellbogenschlag und wurde mit der Ampelkarte in die Kabine geschickt.
Noch immer war anschließend nicht Pause – und es kam zur fragwürdigen Szene. Kramaric ließ sich nach einem harmlosen Zweikampf mit Volland fallen, stand auf, rempelte ihn an und zwinkerte in seine Richtung. Referee Hartmann zückte Gelb-Rot gegen den Unioner, was in der Wiederholung als Fehlentscheidung bezeichnet werden muss. Und im TV-Interview gibt Kramaric das auch offen zu. „Ich wusste, dass Kev die Gelbe Karte hat. Und ich habe eigentlich nur den ersten Kontakt gesucht“, sagte der 32 Jahre alte Kroate. Auf die Nachfrage des Reporters, ob er Volland nur provozieren wollte, sagte der Sturm-Routinier: „Ja, ganz klar, weil so hat es Kevin Volland auch gemacht.“ Damit spielte er auf die vorangegangen Szene mit Nsoki an.
Hamann: „Ich hätte es auch nicht anders gemacht“
Beim Hauptstadt-Klub herrschte großes Unverständnis. Volland schüttelte den Kopf und ging verärgert in die Katakomben. „Kramaric ist ein Schlitzohr, das hat er sehr, sehr clever gemacht“, meinte Union-Profi Kevin Vogt nach der Partie. Der Abwehrspieler war erst im Winter von der TSG nach Berlin gewechselt und kennt seinen Ex-Teamkollegen genau. Er fügte an: „Egal was für ein Kontakt, wenn du ihn denn findest – es ist keiner, der Gelb ist.“
Sky-Experte Dietmar Hamann hingegen stellte sich hinter Kramaric. „Ich hätte es auch nicht anders gemacht“, sagte der Champions-League-Sieger von 2005. Stattdessen nahm er den Unparteiischen Hartmann in die Pflicht. „Dafür haben wir einen Schiedsrichter, der entscheidet, ob etwas verwarnungswürdig ist oder nicht. Ich weiß gar nicht, was Volland da gemacht hat. Das ist nie eine zweite Gelbe Karte“, so Hamann. Schon die zwei Gelben an Nsoki und Volland habe er nicht nachvollziehen können. „Ich würde mir halt wünschen, dass der Schiedsrichter nicht so energisch, sondern ruhig hingeht und sagt: ‚Lasst den Unsinn, sonst gibt‘s Gelb.‘ Der Schiedsrichter hat das Spiel zu leiten“, betonte Hamann.