Erste Favoritin ist raus

Rückkehrerin Scharapowa sorgt für Überraschung bei US-Open-Auftakt

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Nach dem entscheidenden Punkt hatta Scharapowa Tränen in den Augen.

15 Monate war Maria Scharapowa wegen Dopings gesperrt. Bei ihrer Rückkehr auf die große Tennisbühne schaffte die Russin bei den US Open eine Überraschung.

New York - Maria Scharapowa hat bei ihrem ersten Grand-Slam-Turnier seit 19 Monaten für eine Überraschung gesorgt und steht nach einer beeindruckenden Vorstellung in der zweiten Runde der US Open. Die 30-jährige Russin, aufgrund ihrer im April abgelaufenen Dopingsperre nur noch die Nummer 146 im Ranking, besiegte die Weltranglistenzweite Simona Halep (Rumänien) in einer zeitweise hochklassigen Partie mit 6:4, 4:6, 6:3.

"Manchmal überlegt man, warum man all die Arbeit investiert. So etwas wie heute ist exakt der Grund dafür. Das alles zu durchleben, war es wert", sagte Scharapowa.

Nach 2:44 Stunden profitierte Scharapowa bei ihrem ersten Matchball vor 23.771 begeisterten Zuschauern im ausverkauften Arthur-Ashe-Stadium von einem Halep-Fehler. Danach ließ sie sich auf die Knie fallen und hatte Tränen in den Augen.

Scharapowa nur dank Wildcard bei den US Open

Die frühere Nummer eins der Welt hatte das Hartplatzspektakel in Flushing Meadows 2006 gewonnen. Superstar Scharapowa, zuletzt von einer Oberschenkel- beziehungsweise Armblessur gehandicapt, war nur dank einer umstrittenen Wildcard ins Hauptfeld des letzten Major-Turnier des Jahres gerückt.

Wegen Meldoniummissbrauchs war Scharapowa zwischen Januar 2016 und April 2017 insgesamt 15 Monate gesperrt und hatte ihr Comeback beim WTA-Event in Stuttgart gefeiert. Die Veranstalter der French Open hatten ihr eine Wildcard verweigert. In Wimbledon hätte Scharapowa dank eines Freifahrtscheins zumindest in der Qualifikation antreten können, doch sie sagte verletzt ab.

Zu ihrem ersten Match bei den US Open seit drei Jahren war Scharapowa in einem schwarzen, mit Swarovski-Steinen bestückten Kleid angetreten. Die Zuschauer begrüßten die 1,88-m-Hünin mit Dopingvergangenheit mit freundlichem Applaus, Pfiffe blieben aus.

Russin zeigt sich in bestechender Form

In der Night Session entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch zwischen den beiden Ausnahmespielerinnen. Bezeichnenderweise mit einem Vorhand-Winner holte sich Scharapowa nach einer Stunde den ersten Satz, nachdem ihr das Break zum 4:2 gelungen war. In der Folge konnte die Russin eine 4:1-Führung nicht nutzen, Halep holte sich fünf Spiele in Folge - und damit den zweiten Durchgang.

Im entscheidenden Satz des ungewöhnlichen Erstrundenspiels holte sich Scharapowa das schnelle Break zum 2:0. Die fünfmalige Major-Siegerin wirkte nicht nur mental, sondern auch physisch stark. Und das, obwohl sie seit ihrer Rückkehr im April nur acht komplette Matches bestritten hatte.

Video: Sharapowa wieder zurück auf dem Tennisplatz

Halep (25) verpasste damit die Chance, sich durch ein gutes Abschneiden in New York den erstmaligen Sprung auf den Tennis-Thron zu sichern. Scharapowa, elf Jahre in Folge die am besten verdienende Sportlerin der Welt, spielt nun an Mittwoch gegen Timea Babos aus Ungarn.

Mischa Zverev quält sich in Runde zwei

Der an Position 23 gesetzte Mischa Zverev (Hamburg) hat einen überraschenden Erstrunden-K.o. gerade noch verhindern können. Der 30-jährige Linkshänder holte beim 7:6 (7:5), 4:6, 4:6, 7:5, 6:3 im Duell mit dem Weltranglisten-710. Thai-Son Kwiatkowski (USA) einen 1:2-Satzrückstand noch auf.

Nach 3:28 Stunden verwandelte Zverev gegen den Collegespieler aus Charlotte seinen fünften Matchball und meisterte erst zum zweiten Mal überhaupt die Auftakthürde in Flushing Meadows. In der nächsten Begegnung trifft der Australian-Open-Viertelfinalist am Mittwoch auf den Franzosen Benoit Paire.

Mischa Zverev war der dritte deutsche Profi nach Julia Görges (Bad Oldesloe/Nr. 30) und Florian Mayer (Bayreuth), der am Montag seine Erstrundenpartie überstand.

US Open: Deutsche Damen enttäuschen

Ausgeschieden ist bereits ein Frauen-Quartett. Nach Annika Beck (Bonn) und Qualifikantin Anna Zaja (Sigmaringen) unterlagen zum Auftakt auch Mona Barthel (Bad Segeberg) und Carina Witthöft (Hamburg).

Prag-Siegerin Barthel, die Nummer 51 im WTA-Ranking, hatte beim 2:6, 1:6 gegen Linkshänderin Jekaterina Makarowa (Russland) weniger Chancen als erwartet.

Die Weltranglisten-65. Witthöft vergab beim 5:7, 1:6 gegen Anastasija Sevastova (Lettland/Nr. 16) gleich drei Satzbälle im ersten Durchgang. "Ich hatte meine Chancen. Aber es war schwierig für mich, ihre Stoppbälle zu lesen. Sie ist super gefährlich", sagte Witthöft.

In der Nacht zum Dienstag war auch noch Titelanwärter Alexander Zverev (Hamburg/Nr. 4) im Einsatz. Am Dienstag bestreiten dann neun weitere DTB-Profis ihre Erstrundenpartien beim mit 50,4 Millionen Dollar dotierten letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres - darunter Titelverteidigerin Angelique Kerber (Kiel/Nr. 6).

Video: Glomex

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