Politisierung des Sports

Trump verteidigt Attacken gegen NFL: „Hat nichts mit Rassen zu tun“

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„Es sollte jedem Spieler der NFL verboten sein, die amerikanische Flagge (unser Land) respektlos zu behandeln!“, erklärte Trump unter anderem auf Twitter. 

US-Präsident Donald Trump hat sich für seine scharfe Kritik an der National Football League (NFL) und ihren Topspielern gerechtfertigt. Der Konflikt spitzt sich weiter zu.

Washington - Trump kritisierte einige Spieler, die sich weigern, während des Anstimmens der Nationalhymne zu stehen. Das zu tun, sei „sehr sehr respektlos gegenüber unserer Flagge und unserem Land“, sagte Trump am Sonntag vor Journalisten. „Ganz gewiss glaube ich, dass die Teambesitzer etwas dagegen tun sollten“.

Trump wies zugleich Vorwürfe zurück, dass er mit seiner Kritik „Rassenspannungen“ angeheizt habe. „Das hier hat nichts mit Rassen oder irgendetwas anderem zu tun“, sagte der Republikaner. „Das hat etwas mit Respekt für unser Land zu tun und mit Respekt für unsere Fahne.“

Zuvor hatte Trump Teambesitzer in einer Rede und dann in einer Serie von Tweets aufgefordert, Spieler, die während der Nationalhymne nicht stehen, zu feuern. Football-Fans hielt er zudem an, den Sport zu boykottieren. 

Das hatte über die NFL hinaus Empörung unter prominenten Profisportlern, Trainern und Teambesitzern ausgelöst. Die Protestaktion während der Nationalhymne richtet sich gegen soziale Ungerechtigkeit zwischen ethnischen Gruppen.

Trump spaltet das Land 

Trump gehe den Weg der Spaltung des Landes mit aller Konsequenz weiter, schrieb die „Washington Post“ nach seiner scharfen Kritik. Die „New York Times“ und eine lange Reihe anderer US-Medien zogen eine gerade Linie von früheren Ausfällen Trumps über seine Gleichsetzung von Neonazis und Gegendemonstranten in Charlottesville bis zu seiner NFL-Beschimpfung.

In Alabama trennte Trump, einmal mehr, vor einem fast ausschließlich weißen Auditorium zwischen dem „Wir, Leute wie Ihr“ des von ihm so verstandenen eigentlichen Volkes und „diesen Typen“, die da in den Stadien knieten. Die Liga wehrte sich, deutlich und scharf in der Sache, moderat und strikt inhaltlich im Ton. Sogar Robert Kraft, Besitzer der New England Patriots, kritisierte seinen guten Freund.

Das Magazin „The Atlantic“ sieht Trump vom harten Polit-Alltag gelangweilt, er habe wohl ein neues Thema gebraucht. Nordkorea, UN-Debatte, der US-Senat, das mache ihn alles eigentlich fertig. Dann lieber brüllen, streiten, pöbeln - da kenne er sich aus: „Donald Trump ist die Politisierung von Allem und Jedem.“

70 Prozent der NFL-Athleten sind Farbige, die meisten Knienden sind es auch. „Machen wir uns nichts vor“, schrieb der „New Yorker“, „natürlich sind Trumps Ausfälle rassistisch. Warum die Überraschung?“ 

Das Magazin „The Daily Beast“ meinte lakonisch: „Murmeltiertag. Schon wieder.“ Mit seinen jüngsten Ausfällen dürfte Trump letztlich eine Protestbewegung eigenhändig befeuert haben. Dass das Knien und die wütende Kritik - nicht nur aus der Sportwelt - enden, ist nicht zu erwarten.

Trump liegt mit der NFL seit langem und immer wieder überkreuz, er kann Verlieren einfach nicht ab. Seit längerem kritisiert er die Einschaltquoten („fallen ständig“), die Regeln („viel zu lasch“), das Spiel selbst („wo ist die Härte“). Flammende Studien zu Schädel- und Hirnverletzungen in der NFL scheinen ihm nicht gewärtig.

In den 80er Jahren versuchte Trump, die US Football League als Konkurrenzveranstaltung aufzubauen, was ihm ebenso wenig gelang wie der Erwerb eines NFL-Teams. Dabei hätte das womöglich den Lauf der Geschichte verändert. 2016 sagte Trump einem Reporter der AP: Wäre 2014 sein Angebot für die Buffalo Bills angenommen worden, wäre er niemals in den Wahlkampf ums Weiße Haus eingestiegen. So aber sei Politik dann doch aufregender - und zumal deutlich billiger.

Verkauft wurden die Buffalo Bills für 1,4 Milliarden. Trump bot 1 Milliarde US-Dollar. Nur 400 Millionen zu wenig.

dpa

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