Cooler Auftritt bei Olympia

„Er hat‘s wieder getan“: Netz feiert Tongas freizügigen Fahnenträger

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Taufatofua kam oben ohne.

Pita Taufatofua wurde bei Olympia in Rio als geölter Fahnenträger aus Tonga weltberühmt - und mehrte seinen Ruhm in Pyeongchang gleich bei der Eröffnungsfeier.

Paeongchang - Er hat es wieder getan: Mit freiem Oberkörper, Baströckchen und Sandalen hat Olympia-Exot Pita Taufatofua auch der eisigen Kälte in Südkorea getrotzt - und bei den Winterspielen von Pyeongchang für ein erstes Highlight gesorgt. Der Fahnenträger aus Tonga wiederholte bei der Eröffnungsfeier am Freitag seinen Auftritt von Rio 2016, der ihn weltberühmt gemacht hatte - wenngleich es in Brasiliens "Winter" deutlich wärmer war.

"Ich friere nicht, ich bin aus Tonga, wir sind über den Pazifik gesegelt - dagegen ist das hier gar nichts", sagte Taufatofua, der wie vor eineinhalb Jahren mit geölter Brust erschienen war. Sichtbar stolz trug der "Coconut-Fighter" die rote Fahne seines Landes mit dem roten Kreuz auf weißem Grund in der Ecke. Unter dem Jubel des Publikums führte er sogar ein kleines Tänzchen in seinem "Manafau" genannten Röckchen auf.

Olympia 2018: Taufatofua führte alle auf falsche Fährte

Dabei hatte er im SID-Interview noch angekündigt, sich anpassen zu wollen. "Ich werde sehr, sehr dicke Kleidung tragen. Ich will bei meinem Rennen schließlich noch lebendig sein", sagte der Mann aus dem Südpazifik, der eigens für die Spiele vom Taekwondoka zum Langläufer umschulte.

"Nach Rio brauchte ich eine neue Herausforderung", sagte Taufatofua. Als er am 13. Januar 2017 in Pfullendorf erstmals auf Ski stand, hatte er drei Fragen. "Hält der Helm Kokosnüsse aus?", wollte er mit einem Augenzwinkern wissen, "kann ich mit den Stöcken auch Tiere jagen?" und schließlich: "Wie bremse ich eigentlich?". Taufatofua lernte schnell: Wenige Wochen später nahm er an der WM in Lahti teil und landete im Sprint auf Rang 153 - von 156 Startern.

In Pfullendorf lernte er auch seinen deutschen Trainer Thomas Jacob kennen, bei dem er wohnte und dem er nachts heimlich die Schokolade aus dem Kühlschrank stibitzte. Gemeinsam ging das ungewöhnliche Duo das Projekt Olympia an. "Ich habe Thomas von Anfang an gesagt: Ich habe kein Geld. Aber ich verspreche dir, dass du bei Olympischen Spielen einlaufen wirst", sagte Taufatofua.

Der Weg dorthin glich einer Odyssee. Mitte Januar verpasste er die Qualifikations-Rennen im kroatischen Ravna Gora, weil er auf dem Flughafen in Istanbul strandete. "Dann habe ich von diesem letzten Rennen am Polarkreis gehört", erzählte der 34-Jährige. Nach zwei Tagen Schneesturm schlug er sich nach Isafjordur im äußersten Nordwesten Islands durch - und setzte ganz auf Gottes Hilfe.

"Am letzten Tag, am Ende der Welt, habe ich vor dem Rennen ein Gebet gesprochen. Und dann ist ein Wunder geschehen", sagte Taufatofua. Der Außenseiter wurde über zehn Kilometer Sechster (von acht Startern) und holte die letzten noch fehlenden FIS-Punkte. "Tonga fährt zu Olympia, Baby!", brüllte er.

Olympia 2018: Netz freut sich über öligen Athleten

Nun betrat er wieder Oberkörperfrei das Stadion - und wird dafür im Netz gefeiert. „Er hat‘s wieder getan“, freut sich ein User und andere bezeichneten ihn gar als Legende:

In Pyeongchang will der Exot zumindest nicht Letzter werden. Seinen einzigen Taekwondo-Kampf in Rio hatte er schließlich verloren. Seine Chancen über 15 km sind gering, aber was kümmert das einen Mann, der als Sozialarbeiter obdachlosen Kindern half und es zu Olympischen Sommer- wie Winterspielen geschafft hat?

"Ich habe kein magisches Talent, keine besondere Technik. Aber wenn ich eines habe, dann Glaube. Ich glaube an den großen Mann da oben", sagte Taufatofua: "Ich bin in den vergangenen Wochen Berge hinunter gepurzelt und oft von der Strecke abgekommen. Aber wenn man Ziele hat und dafür kämpft, dann schafft man alles."

sid/tz/Glomex

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