"Kampf des Jahrhunderts"

Mayweather heiß auf Mega-Fight: „Lasst uns endlich boxen“

+
Die Spannung steigt: Am Sonntag steigen Mayweather und Pacquiao in den Ring.

Las Vegas - In Las Vegas wird in der Nacht zu Sonntag (MESZ) der beste Boxer der Welt ermittelt. Der Mega-Fight bricht alle Rekorde.

Zwei Superstars, eine Flut an Rekorden und irrsinnige Summen: Der Megafight zwischen Floyd Mayweather und Manni Pacquiao in der Nacht zu Sonntag (Sky/05.00 Uhr) in Las Vegas sprengt alle Dimensionen. Kritik, dass es sich nur um einen Riesen-Hype handelt, wies Favorit Mayweather zurück: „Es ist der Kampf des Jahrhunderts. Lasst uns endlich boxen.“

Die Summen sind astronomisch. 400 Millionen US-Dollar (358 Mio Euro) verspricht der Kampf an Umsatz. Allein das Pay-TV in den USA spielt 300 Millionen Dollar (268 Mio Euro) ein. Mayweather erhält eine Börse von 150 Millionen Dollar (134 Mio Euro), Pacquiao kriegt 100 Millionen Dollar (89 Mio Euro).

Duell der Giganten

Der Verkauf der 16.500 Tickets brachte bereits 74 Millionen Dollar (66 Mio Euro) ein. Nur 500 Tickets gingen in den freien Verkauf. Diese waren am Strip in weniger als einer Minute weg. „Das ist der Wahnsinn. So etwas hat es noch nicht gegeben“, sagte Pacquiaos Manager Bob Arum.

Sportlich verspricht das seit fünf Jahren geplante Duell tatsächlich höchstes Niveau. Mayweather ist der über alle Gewichtsklassen hinweg beste Pound-for-Pound-Boxer der Welt, Pacquiao liegt in dem Ranking auf Rang drei. Der Sieger gilt als bester Boxer seiner Generation. „Es sind absolute Ausnahme-Könner“, sagt Ex-Champion „Big George“ Foreman.

Die Rollen sind klar verteilt. Protz-Boxer Mayweather repräsentiert das Böse, prahlt täglich in den sozialen Netzwerken mit neuen Luxus-Gütern. 2014 war er mit 105 Millionen US-Dollar der bestverdienende Sportler des Globus. Gutmensch Pacquiao lässt derweil in seiner philippinischen Heimat Straßen und Schulen bauen. Mayweather gilt als bester Defensivboxer der Welt, Pacquiao marschiert vom ersten Gongschlag an nach vorne.

Auch im Trash-Talk sind beide Lager top. Pacquiaos Trainer Freddie Roach unterstellte Mayweather, er habe Angst vor Pacquiao und sei von seinem Pay-TV-Sender Showtime zu dem Kampf gezwungen worden. Mayweather, in 47 Kämpfen ungeschlagen, tönte, er sei besser als Muhammad Ali. „So etwas möchte ich nicht hören“, mischte sich Ex-Champion „Iron Mike“ Tyson ein und bezeichnete Mayweather als „Dreck“.

Ein neuer "Rumble in the Jungle"?

Soll der zum „Fight of the Century“ hochstilisierte Kampf aber tatsächlich das größte Boxereignis der Geschichte werden, müsste er den legendären „Rumble in the Jungle“ und den nicht minder berühmten „Thrilla von Manila“ mit den Protagonisten Ali, George Foreman und Joe Frazier in den Schatten stellen. Das wollte allerdings selbst Mayweather nicht so interpretiert wissen. „Es ist eine andere Ära. Man kann die Kämpfe nicht so miteinander vergleichen“, sagte der 38-Jährige dem SID.

Gekämpft wird im Weltergewicht (bis 66,67 kg). Der fünfmalige Champion Mayweather bringt die Gürtel der Verbände WBC und WBA ein, Pacquiao hält den WM-Titel der WBO. Der WBC-Gürtel wurde extra mit Smaragden besetzt und hat einen Wert von einer Million Dollar. Mayweather ließ sich eigens von einem New Yorker Zahnarzt mehrere 100-Dollar-Scheine in seinen Mundschutz einarbeiten.

In Las Vegas herrscht jedenfalls der Ausnahmezustand, während des Kampfes müssen sämtliche Geschäfte im MGM-Hotel schließen. Die MGM-Arena mit ihren 16.800 Plätzen war in den letzten Jahren Schauplatz vieler großer Box-Kämpfe. Der bekannteste war die Schwergewichts-Schlacht von 1997, als Tyson Evander Holyfield ein Stück aus dem Ohr biss.

Auf den Philippinen fiebern etliche Millionen Menschen dem Kampf entgegen. Aus Angst vor einem Stromausfall während der Live-Übertragung forderte Rante Ramos, Sekretär der Energie-Kooperative der Insel Palawan, die Menschen auf, für doe Dauer des Kampfes Kühlschränke und Klimaanlagen auszuschalten.

In Deutschland können die Box-Fans beim Pay-TV-Sender Sky dabei sein. Bis zum 1. Mai, 12.00 Uhr, gab es den Kampf für 20 Euro, seitdem müssen Kurzentschlossene 30 Euro zahlen.

SID

Kommentare

Meistgelesen

FC Bayern: Erweckungserlebnis für die Triple-Helden
FC Bayern: Erweckungserlebnis für die Triple-Helden
Vorsicht Europa: So planen die Chinesen die Fußball-Revolution
Vorsicht Europa: So planen die Chinesen die Fußball-Revolution
Coach Enrique verliert nach PSG-Schmach die Nerven
Coach Enrique verliert nach PSG-Schmach die Nerven
Unverständnis: BVB bekommt komplette Hooligan-Daten nicht
Unverständnis: BVB bekommt komplette Hooligan-Daten nicht
Schwarzer Abend für BVB-Torjäger Aubameyang
Schwarzer Abend für BVB-Torjäger Aubameyang