Sechste Medaille für Deutschland

Peking: Sensation! Roleder holt Hürden-Silber

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Mit Silber über 100 m Hürden holt Roleder die sechste Medaille für das deutsche Team in Peking.

Peking - Hürdensprinterin Cindy Roleder holte bei der Leichtathletik-WM sensationell Silber. Und auch die Speerwerferinnen und Zehnkämpfer machten Hoffnung auf weitere Medaillen.

Hürdensprinterin Cindy Roleder setzte mit Sensationssilber den Glanzpunkt - zudem machten die Speerwerferinnen und Zehnkämpfer Hoffnung auf weitere deutsche Medaillen. Die 26 Jahre alte Leipzigerin Roleder sorgte in persönlicher Bestleistung von 12,59 Sekunden am siebten Tag der Leichtathletik-WM in Peking für eine faustdicke Überraschung - und die sechste deutsche Medaille (1-3-2).

„Ich kann es gar nicht fassen. Das war das Rennen meines Lebens“, sagte Roleder völlig fassungslos im ZDF: „Ich hätte niemals gedacht, dass ich eine Medaille gewinne. Das ist ein Traum. ` Erstmals seit 28 Jahren schaffte es damit wieder eine deutsche Hürdensprinterin auf ein WM-Podest.

Auf einen ähnlichen Erfolg hoffen auch die Speerwerferinnen um Christina Obergföll am Sonntag. Trotz einer Zitterpartie zu Beginn der Qualifikation mit zwei ungültigen Würfen gelangen der Titelverteidigerin im letzten Wurf 64,10 m. U23-Europameisterin Christina Hussong (Zweibrücken) erzielte mit 65,92 sogar die Tagesbestweite. Ex-Europameisterin Linda Stahl (63,52) und Katharina Molitor (beide Leverkusen/63,23) komplettieren das deutsche Quartett.

`So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagte die so erfahrene 34-jährige Obergföll, nachdem sie sich ins Finale gerettet hatte: „Mir ist das Herz bis Unterkante Unterhose gerutscht.“

Die Zehnkämpfer um Vizeweltmeister Michael Schrader (Dreieich) liefern sich einen Dreikampf um Bronze. Direkt hinter dem überragenden Olympiasieger und Weltrekordler Ashton Eaton (USA/4703 Punkte) und dem Kanadier Damian Warner (4530) liegen Rico Freimuth (Halle/Saale/4406), Kai Kazmirek (Rhein-Wied/4401) und Schrader (4355) nach dem ersten Tag in Lauerstellung auf den Plätzen drei bis fünf. Weitspringerin Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) belegte mit 6,79 m in ihrem Finale Platz sechs.

Das internationale Highlight setzte am Freitag Dafne Schippers. Die Niederländerin holte mit einer Fabelzeit Gold über 200 m. Die 100-m-Zweite stellte in 21,63 Sekunden einen Europarekord auf. Lediglich die verstorbene Weltrekordlerin Florence Griffith-Joyner (21,34 und 21,56/beide 1988) und die überführte Dopingsünderin Marion Jones (21,62/1998) waren jemals schneller. „Jetzt bin ich eine richtige Sprinterin“, sagte Schippers.

Die Diskussionen um die Leistungsexplosion - Schippers verbesserte ihre persönliche Bestzeit in Peking um 46 Hundertstel - dürften weitergehen. Es ist die viertbeste je gelaufene Zeit, die bisherige europäische Bestmarke hielten die damaligen DDR-Sprinterinnen Marita Koch und Heike Drechsler (21,71).

Beim Überraschungssieg des Europameisters Sergej Schubenkow über 110 m Hürden, dem ersten WM-Gold für Russland, gewann Weltrekordler und Olympiasieger Aries Merritt aus den USA Bronze - obwohl der 30-Jährige direkt vor einer schweren Operation steht. Merritt leidet an einer Niereninsuffizienz und lässt sich am Dienstag ein Spenderorgan von seiner Schwester transplantieren.

Über 20 km Gehen feierten neben den Russen auch die Gastgeber ihren ersten Titel. Weltrekordlerin Liu Hong siegte über 20 km Gehen.

Der viermalige deutsche Hochsprung-Meister Eike Onnen (Hannover) übersprang derweil die geforderten 2,31 m im zweiten Versuch und erreichte damit die Medaillen-Entscheidung am Sonntag.

SID

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