Nach Crash in Singapur

Hoffnung auf weitere Wendepunkte: Vettel jagt Hamilton

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Sebastian Vettel hat trotz 28 Punkten Rückstand noch Hoffnung auf den WM-Titel.

Vor dem Rennen in Malaysia hält Lewis Hamilton im Duell mit Sebastian Vettel alle Trümpfe in der Hand. Vorentschieden ist die WM aber noch nicht, da sind sich beide Fahrer sicher.

Sepang - Sechs Monate lang war diese Formel-1-Saison ein stetes Auf und Ab, ein Ping-Pong-Spiel zwischen den Favoriten Lewis Hamilton und Sebastian Vettel - erst seit dem Startcrash des Deutschen in Singapur gibt es nun erstmals eine klare Tendenz. "Natürlich war das ein Wendepunkt", sagt WM-Spitzenreiter Hamilton: "Und ich will dafür sorgen, dass es der letzte in diesem Jahr bleibt."

Vor dem Großen Preis von Malaysia am Sonntag (9.00 Uhr MESZ/RTL und Sky) hat der Mercedes-Pilot 28 Punkte Vorsprung auf Vettel im Ferrari, einen solchen Abstand hatte es in dieser Saison noch nicht gegeben zwischen den Rivalen.

Hamilton vor viertem Sieg in Folge?

Der Überraschungssieg in Singapur, extrem begünstigt durch den Startunfall des Ferrari-Duos Vettel und Kimi Räikkönen mit Red-Bull-Pilot Max Verstappen, war schon der dritte in Folge für Hamilton. Aus Sicht des Engländers ist die aktuelle Situation vor allem Ergebnis eigener Stärke - Mercedes habe sich im Entwicklungswettlauf mit den zu Jahresbeginn so starken Ferraris zurückgemeldet. "Wir haben das schon vor der Sommerpause immer besser in den Griff bekommen und unser Auto besser verstanden", sagt der 32-Jährige.

Der Rennkalender bietet Hamilton nun die sehr große Chance, den unerwarteten Sieg auf der Ferrari-Strecke in Singapur nur zwei Wochen später zu vergolden. Denn Malaysia ist Mercedes-Land, lange Geraden und schnelle Kurven bewältigt kein Auto so gut wie der Silberpfeil. Das bedeutet gleichzeitig allerdings Erwartungsdruck für den Engländer, er darf sich auf dem Sepang International Circuit keine größeren Fehler erlauben, sonst ist der vermeintlich große Vorteil schnell dahin.

Malaysia: sturzbachartiger Regen keine Seltenheit

Und Hoffnung darauf, dass an diesem Wochenende nicht alles wie erwartet läuft, macht vor allem das Wetter. Während die Fahrer in den Medienrunden am Donnerstag über ihre Chancen sprachen, gingen über der Strecke einige Regenschauer nieder. "Schaut mal, es nieselt", sagte Renault-Pilot Nico Hülkenberg dazu - denn in Malaysia sind wahre Sturzbäche während Qualifying und Rennen keine Seltenheit.

Wird es nun wieder ungemütlich, dann dürfte das Vettels Chancen gegen Mercedes zumindest angleichen. Der 30-Jährige hat derzeit sichtbar wenig Lust, über die vergangenen Rennen zu sprechen. "Die waren nicht gut, wir sind nicht stolz und nicht glücklich", sagt Vettel und schaut lieber nach vorn: "Hätten wir große Probleme mit dem Auto gehabt, dann müsste man das lange analysieren. Aber das war nicht der Fall. Es gibt vieles, worauf wir uns noch freuen können."

Vor allem die englische Presse schreibt seit rund zwei Wochen zwar schon den vierten Titelgewinn Hamiltons herbei, aber Vettel hat wohl Recht. Auf vier der noch anstehenden sechs Rennstrecken hat Ferrari ebenso gute Aussichten wie oder sogar bessere als Mercedes. Und vielleicht gibt es ja schon am Sonntag eine Überraschung. Wie 2015, als Vettel in Malaysia der erste Sieg im Ferrari gelang.

SID

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