Vor dem Auftakt gegen Montenegro

"Wollen Deutschland begeistern": Handballer starten Medaillen-Jagd

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Auch an ihnen wird es liegen: Die deutschen Keeper Silvio Heinevetter (l.) und Andreas Wolff

Jetzt wird es ernst! Am Samstag beginnt für die deutschen Handballer die Jagd nach einer EM-Medaille. Der Titelverteidiger brennt auf den Start gegen Montenegro.

Zagreb (SID) Christian Prokop wirkte beschwingt. Mit einem gelösten Lächeln und voller Zuversicht saß der Bundestrainer im Raum Kaptol II des Hotels Panorama in Zagreb - und strahlte vor dem mit Spannung erwarteten Auftakt der Handball-EM vor allem eines aus: Endlich geht es los! "Wir wollen Deutschland begeistern und von Beginn an mitnehmen", sagte Prokop vor dem Start der deutschen Medaillen-Jagd am Samstag (17.15 Uhr/live) gegen Montenegro.

Alle Spieler seien "fit und gut drauf. Wir wollen die gute Stimmung und Leistung aus der Vorbereitung von Anfang an aufs Parkett bringen, weil wir uns nicht unnötig unter Druck setzen lassen wollen." Die Partie gegen die unorthodox agierenden Osteuropäer sei "ein bedeutendes Spiel. Wir wollen gut in dieses Turnier starten." Auch die Spieler fiebern ihrem ersten Auftritt vor 15.000 Zuschauern in Zagreb entgegen.

Letzter Feinschliff am Computer

Den letzten Feinschliff holten sich Uwe Gensheimer und Co. am Computer, auf von Prokop zusammengestellten USB-Sticks bekamen sie noch einmal die Stärken und Schwächen des Gegners serviert. "Die Vorfreude ist riesig", sagte Gensheimer. Mit einem guten Start gelte es, sich für den weiteren Turnierverlauf "Sicherheit in die eigene Stärke und das eigene Spiel" zu holen: "Deswegen ist das erste Spiel immens wichtig."

Immens wichtig ist der Start vor allem für Coach Prokop. Für den Nachfolger von Gold-Coach Dagur Sigurdsson ist es das erste Turnier in neuer Rolle, die EM gilt für den Shootingstar des deutschen Handballs als Feuertaufe. "Die Vorfreude ist groß, aber es ist auch Anspannung da", sagte Prokop: "Wir zählen zum Favoritenkreis bei dieser EM und wollen diese Ausgangsposition nicht wegwerfen."

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Damit das Turnier auf dem Balkan zu einem Erfolg wird, hat Prokop von Töchterchen Anna und Sohn Luca diverse Glücksbringer mit auf die Reise bekommen. "Ich hatte Übergepäck am Flughafen und musste draufzahlen", sagte der 39-Jährige mit einem breiten Grinsen und berichtete von kleinen Dingen, "die man sich auch mal in die Hosentaschen stecken kann". 

Bitteres WM-Aus noch nicht vergessen

Es sei "einfach ein Zeichen, wie die Familie mitfiebert und die Daumen drückt." Mit acht Europameistern von 2016 startet Deutschland in das Unternehmen Titelverteidigung, doch die drückten kurz vor dem ersten Anpfiff ganz bewusst den Reset-Knopf. Erinnerungen an die rauschhaften Tage des Sensations-Golds von Krakau sind erst einmal tabu. "Es nützt uns überhaupt nichts, wenn wir uns daran erinnern, wie schön es vor zwei Jahren war", sagte Keeper Andreas Wolff und machte dabei ein ernstes Gesicht: "Wir haben ein neues Turnier und neue Aufgaben vor uns."

Als "Mahnmal" gelte das klägliche WM-Ausscheiden im Achtelfinale vor Jahresfrist gegen Katar. "Das ist das Einzige, woran wir denken sollten." Die DHB-Auswahl täte gut daran, nicht schon an die nächsten EM-Aufgaben gegen den WM-Dritten Slowenien (Montag/18.15 Uhr) und Mazedonien (Mittwoch/18.15 Uhr) zu denken. Denn vor Montenegro ist das Team gewarnt: In der schmachvoll verpassten Qualifikation für die EM 2014 setzte es die zwei bittersten Pleiten der jüngeren deutschen Handballgeschichte.

"Daran kann ich mich erinnern", sagte Routinier Steffen Weinhold: "Es ist eine unangenehm zu spielende Mannschaft. Sie sind sehr heißblütig und spielen ein bisschen dreckig." Und so betonte auch Prokop, dass Montenegro "keine Laufkundschaft" sei. Seine gute Laune ließ er sich angesichts der kniffeligen Aufgabe bei seiner Turnier-Premiere aber nicht nehmen.

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