Damenturnier startet am Freitag

Bieglers wilde 5: Auf diese Spielerinnen setzt der Trainer bei der Handball-WM

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Bundestrainer Michael Biegler.

Am Freitag startet die Handball-WM der Damen in Deutschland. Wir stellen Ihnen die Spielerinnen vor, auf die Sie besonders achten sollten:

Acht Wochen lang wurde täglich verhandelt. Letztlich verlangte Michael „Beagle“ Biegler vor 20 Monaten zwei Bedingungen für seine Zusage zu einem Job als Bundestrainer der deutschen Handballdamen: DHB-Sportdirektor Wolfgang Sommerfeld sollte an seiner Seite arbeiten und für die WM forderte der 56-Jährige eine zusätzliche Woche der Vorbereitung. Beide Wünsche wurden ihm erfüllt. Freitag starten die Beagle-Ladys gegen Kamerun (19.00 Uhr/Sport1) in das Heim-Turnier. Das Ziel ist das Halbfinale.

Obwohl die Mannschaft schon seit 11. November zusammen ist, trainierten am Dienstag erstmals alle zusammen. Zuvor hatte Biegler die Damen in drei Gruppen („Last Entry“, „In Beetween“ und „Early Bird“) eingeteilt. Am Einsatz mangelte es nicht. „Viele haben sich fast bis zur Bewusstlosigkeit belastet“, schwärmt Sommerfeld im Gespräch mit tz.de*. Es habe keinen „Zickenkrieg gegeben, die Einstellung ist einzigartig. Es wird nicht einfach, uns zu besiegen“. Wir erklären, auf welche Ladys Sie besonders achten sollten.

Clara Woltering (34/Dortmund): Oldie but Goldie! Woltering ist seit Jahren fester Rückhalt im Nationalteam und war schon bei der WM 2003 dabei. Kurios: Im normalen Leben ist die 34-Jährige Landwirtin. Sie versorgt 250 Mastbullen, dazu Hof und Acker.

Clara Woltering.

Emily Bölk (19/Buxtehude): Die 19-Jährige debütierte am 5. Juni 2016 in der Nationalmannschaft, gilt aber schon als Hoffnungsträgerin. Im Vorfeld stürzten sich die nationalen und internationale Medien auf sie. „Natürlich ist es auch zusätzlicher Stress“, sagt Bölk: „Aber ich mache das gerne. Sobald ich dann die Halle betrete, ist das kein Thema mehr.“ Kurios: Bölks Mutter Andrea gewann 1993 WM-Gold.

Emily Bölk.

Shenia Minevskaja (25/Metzingen): Die 1,82 Meter große Rückraumspielerin wurde in Minsk geboren, absolvierte aber schon 63 Länderspiele für Deutschland. Die Fußstapfen ihrer Eltern sind groß: Mutter Swetlana (49) war zweimal Weltmeisterin mit der UdSSR, Vater Andrej Minevski (49) 1994 Olympiasieger mit der GUS.

Shenia Minevskaja.

Isabell Klein (33/Nantes): Die 33-Jährige ist die Ehefrau von 2007-Weltmeister Dominik Klein und die einzige Münchnerin. Geboren in Oberschleißheim, hat es sie samt Ehemann und Sohn Colin nach Nantes verschlagen. Als Ex-Kapitänin soll sie die jungen Spielerinnen führen. Ein Karriere­ende ist noch nicht fix. Klein: „Man kann viel planen, aber dann kommt es oft anders, Dominik und ich werden uns im Januar zusammensetzen und beraten.“

Isabell Klein.

Xenia Smits (23/Metz): Die gebürtige Belgierin ließ sich erst mit 19 Jahren einbürgern, weil es in ihrem Heimatland keine konkurrenzfähige Nationalmannschaft gibt. Smits zog sich einen Fingerbruch zu, allerdings nicht an der Wurfhand, sollte also einsatzfähig sein.

Xenia Smits.

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Mathias Müller

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