Bölk dreht auf

Heim-WM: Handballerinnen nach Kantersieg vor Gruppensieg

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Emily Bölk war gefährlichste Werferin der DHB-Damen.

Tabellenspitze erobert, Gruppensieg vor Augen: Die deutschen Handballerinnen dürfen nach einem Kantersieg auf eine optimale Ausgangsposition für das Achtelfinale bei der Heim-WM hoffen.

Die Mannschaft von Bundestrainer Michael Biegler fertigte in ihrem vierten Vorrundenspiel den überforderten Außenseiter China in Leipzig mit 24:9 (10:3) ab und stürmte in der Gruppe D mit 7:1 Punkten auf Platz eins. 

Bei einem weiteren Erfolg am Freitag (18.00 Uhr/Sport1) im Showdown mit Vize-Weltmeister Niederlande (5:3 Punkte) hätte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) den Gruppensieg sicher und würde damit in der K.o.-Runde auf einen vermeintlich leichteren Gegner treffen. Bei einer Niederlage ist aber auch ein Absturz auf Rang drei möglich. 

Auch Bölk ist im Turnier angekommen

Beste deutsche Werferin gegen die in allen Belangen unterlegenen Chinesinnen war Ausnahmetalent Emily Bölk mit vier Toren. Weniger Gegentreffer hatte das DHB-Team in einem WM-Spiel zuletzt 1965 bei der Heim-WM gegen Dänemark (7:5) kassiert. 

Nach dem vorzeitigen Achtelfinaleinzug durch den Punktgewinn im Krimi gegen Serbien (22:22) am Dienstagabend ließ der EM-Sechste gegen den Dritten der Asienmeisterschaft vor 3165 Zuschauern von Beginn an keine Zweifel am Erfolg aufkommen. Die "Ladies" zeigten zwar erneut einige Schwächen im Angriff, doch die Abwehr vor einer starken Torfrau Clara Woltering entwickelte sich zu einer Festung. 

Das DHB-Team baute seinen Vorsprung dadurch kontinuierlich aus und Woltering gelang eine Premiere. Die Torhüterin von Bundesligist Borussia Dortmund erzielte in ihrem 220. Länderspiel ihren ersten Treffer zum 9:1 (26.), als die Chinesinnen in Unterzahl ihre Torfrau zugunsten einer Feldspielerin herausgenommen hatten. Woltering erledigte aber auch ihre Hauptaufgabe bravourös und wehrte in den ersten 30 Minuten 10 von 13 Bällen ab. 

Kräftige Rotation im zweiten Durchgang

Angesichts der deutlichen Dominanz gegen einen harmlosen Gegner wechselte Biegler schon in der ersten Halbzeit munter durch und konnte so 24 Stunden nach dem schweren Spiel gegen Serbien wertvolle Kräfte mit Blick auf den weiteren Turnierverlauf sparen. 

22 Sekunden nach dem Wechsel war auch "Wunderkind" Bölk endgültig im Turnier angekommen. Die 19 Jahre alte Rückraumspielerin, die die ersten beiden Spiele gegen Kamerun (28:15) und Südkorea (23:18) aufgrund einer Fußverletzung verpasst hatte, traf mit ihrem ersten Turniertor zum 11:3. Biegler klatschte Bölk mit einem breiten Grinsen im Gesicht ab. 

Der Bundestrainer ließ auch im zweiten Durchgang kräftig rotieren, im Tor löste die bisher bärenstarke Katja Kramarczyk Woltering ab. Auch die Torhüterin von Bayer Leverkusen war von den schwachen Chinesinnen kaum zu überwinden.

SID

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