Ex-DFB-Präsident

WM-Affäre: Zwanziger erneut vor Gericht gescheitert

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Musste vor Gericht erneut einer Niederlage hinnehmen: Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger. Foto: Arne Dedert

Der Skandal um die Fußball-WM 2006 zieht elf Jahre später immer noch Kreise. Diesmal wies ein Gericht eine weitere Klage des früheren DFB-Chefs Theo Zwanziger zurück, der im März bereits mit einer Schadensersatzklage gegen das Land Hessen gescheitert war.

Frankfurt/Main (dpa) - Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger ist in der WM-Affäre mit einer weiteren Klage gescheitert.

Der 72-Jährige war im Dezember 2016 gegen einzelne Passagen des sogenannten Freshfield-Reports vorgegangen, der den Skandal um die Weltmeisterschaft 2006 im Auftrag des Deutschen Fußball-Bundes untersucht hat und dem Zwanziger mehrere Ungenauigkeiten und Widersprüchlichkeiten vorwirft.

Das Landgericht Frankfurt wies diese Klage allerdings schon am vergangenen Freitag zurück. Das erklärte ein Sprecher des Gerichts am Montag und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung.

Die Klage gegen die Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer hatte Zwanzigers Anwalt Hans-Jörg Metz bei einer Pressekonferenz im Mai wie folgt begründet: "Im Freshfields-Report steht weit vorne an plakativer Stelle: Das WM-OK 2006 hat Gremien des DFB getäuscht und bewusst Zahlungen verschleiert. Damit sagt der Bericht auch: Jedes einzelne Mitglied des WM-OK hat bewusst getäuscht, und damit auch Theo Zwanziger." Das weist der frühere DFB-Präsident jedoch zurück. Warum genau seine Klage gescheitert ist, machte das Landgericht noch nicht öffentlich. Erst müsse die Urteilsbegründung den beiden Parteien zugestellt werden, sagte der Sprecher.

Zwanziger war im März bereits mit einer Schadensersatzklage gegen das Land Hessen gescheitert. Seinerzeit wollte der Jurist ein Schmerzensgeld von 25 000 Euro erstreiten, weil die Staatsanwaltschaft seiner Meinung nach regelmäßig Informationen aus den Ermittlungen gegen ihn und die früheren DFB-Funktionäre Wolfgang Niersbach und Horst R. Schmidt an die Medien weitergibt.

Im Zentrum der Affäre steht eine Millionenzahlung, die im Jahr 2002 von einem Konto des WM-Organisationschefs Franz Beckenbauer über die Schweiz nach Katar an eine Firma des damaligen FIFA-Funktionärs Mohamed Bin Hammam floss. Beckenbauer hatte für diese Zahlung zuvor einen Millionenbetrag von dem früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus erhalten. Das WM-Organisationskomitee, dem auch Zwanziger angehörte, zahlte diese umgerechnet 6,7 Millionen Euro im April 2005 falsch deklariert an Louis-Dreyfus zurück. Wofür das Geld ursprünglich verwendet wurde, ist nach wie vor nicht geklärt.

Zur Person Theo Zwanziger

Der Freshfields-Report

Das Landgericht Frankfurt

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