„Ohne Holland fahren wir zur WM“

WM 2018 ohne Holland: Darum sind die Niederlande in Russland nicht dabei

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„Ohne Holland fahr'n wir zur WM!“ Die Niederlande haben sich nicht für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland qualifiziert.

Die WM 2018 findet ohne Holland statt. Wir haben zusammengefasst, warum die Niederlande sich nicht für die Weltmeisterschaft in Russland qualifizieren konnten.

„Ohne Holland fahren wir zur WM“ - ein Song, der sich nach dem Ausscheiden bei der WM-Qualifikation 2002  großer Beliebtheit in Deutschlands 17. Bundesland, auf Mallorca, erfreute. Nun feiert der Ballermann-Hit von Helmut aus Mallorca sein Comeback. Auch wenn für Musik-Liebhaber die Version eher als Missbrauch des Klassikers „Auld Lang Syne“ empfunden wird, ist sie doch den meisten deutschen Fußballfans bekannt.

Das ständige Auf und Ab der Elftal in den letzten Jahre wirft auch nach dem Ausscheiden in der WM-Qualifikation erneute Fragen auf. Doch warum haben es die Niederländer nach der verpassten Teilnahme 2002 und der gescheiterten EM-Qualifikation 2016, in diesem schon wieder nicht geschafft?

WM 2018 ohne Holland: So lief die WM-Qualifikation der Niederländer

Tabelle:

Platz

Verein

Spiele

Tore

Punkte

1

Frankreich

10

18:6

23

2

Schweden

10

26:9

19

Niederlande

10

21:12

19

4

Bulgarien

10

14:19

13

Luxemburg

10

8:26

6

6

Weißrussland

10

6:21

5


Die neun Gruppensieger der europäischen Qualifikationsrunde qualifizieren sich direkt für das Turnier in Russland. Die acht besten Gruppenzweiten spielen in Hin- und Rückspiel vier weitere Plätze aus. 

Sicherlich muss selbst ein Fußballexperte zugeben, dass die Niederländer keine leichte Gruppe erwischt haben. Mit Frankreich und Schweden war von Vornherein klar, dass eine von drei die Weltmeisterschaft 2018 in Russland daheim vor dem Fernseher anschauen wird.

Der erste Spieltag der Gruppenphase fing für alle drei Teams denkbar schlecht an. Die Franzosen holten ein nur einen Punkt in Weißrussland, während sich Schweden und die Elftal mit einem 1:1 begnügen mussten.

Am zweiten Spieltag wurden die Kräfteverhältnisse wieder zurecht gerückt: Nach dem Sieg der Oranje gegen Weißrussland übernahmen die Jungs von Danny Blind die Tabellenführung. Doch beim ersten Aufeinandertreffen zwischen den Niederländern und der L‘Equipe Tricolores war der 100-Millionen-Euro-Mann Paul Pogba mit seinem Treffer der Spieler des Spiels.

Die Franzosen setzten ein weiteres Ausrufezeichen mit dem Sieg gegen die Schweden am Folge-Spieltag. Bis dahin hätten die Holländer noch alles in der eigenen Hand gehabt, wären sie nicht am 5. Spieltag mit einer 0:2-Niederlage aus Bulgarien heimgekehrt.

Trainerwechsel nach fünf Spielen 

Trainer Danny Blind wurde nach der Klatsche in Sofia entlassen. Um die Qualifikation zu retten, saß beim Heimspiel gegen Luxemburg ein alter Bekannter wieder auf der Bank: Dick Advocaat. Der Coach leitete schon von 2002 bis 2004 die Geschicke der Elftal.

In seinem Debüt gegen Luxemburg wurden erwartungsgemäß drei Punkte geholt. Gleichzeitig gewannen die Schweden gegen die Franzosen, was für die Niederländer wieder ein Lichtblick war. Der Abstand auf Platz eins der Tabelle betrug zu diesem Zeitpunkt nur drei Zähler und das Spiel gegen die Franzosen sowie gegen die Schweden stand noch aus.

Doch der Dick-Effekt war nur von kurzer Dauer, denn die Oranje ging im Topspiel gegen die Franzosen mit 0:4 unter. Skurillerweise war für die Niederländer der Käse noch nicht gebissen. Die heimstarken Bulgaren besiegten die Schweden und der Rückstand auf Platz zwei betrug für Elf von Advocaat „nur“ drei Punkte. Am 8. Spieltag führten Kapitän Arjen Robben und Davy Pröpper das Team zu einem Erfolg gegen Bulgarien, der auch die kühnsten WM-Träume der Osteuropäer besiegelte.  Auf dem dritten Platz musste der Europameister von 1988 noch auf einen Ausrutscher der Schweden oder Franzosen hoffen, sowie das schlechte Torverhältnis verbessern. Denkbar ungünstig war der gleichzeitige 8:0-Erfolg der Skandinavier gegen Luxemburg, während die Holländer in Weißrussland triumphierten.

Ein 2:0 im letzten Gruppenspiel gegen Schweden war für Arjen Robben und die Niederlande nicht genug. 

WM 2018 ohne Holland: Entscheidungsspiel gegen Schweden

Vor dem letzten und entscheidenden Spiel daheim gegen Schweden war eines klar: Niederlande kann im besten Fall nur noch Zweiter werden. Aufgrund des schlechteren Toverhältnisses müsste die Elftal mit 7:0 gewinnen, um überhaupt in die Playoffs zu kommen. Gegen die tiefstehenden Schweden gelang lediglich dem Topstar Robben ein Doppelpack bis zur Halbzeit.

Bondscoach Advocaat und den Fans in der ausverkauften Amsterdam-Arena war bewusst, dass jetzt nur noch ein Wunder in der zweiten Hälfte helfen würde. Das unermüdliche Anrennen auf das Defensivbollwerk der Skandinavier war erfolglos. Die Holländer verpassen nun nach der Europameisterschaft 2016 das zweite große Turnier in Folge und die gehäßigen deutschen Fans können ihr verstaubte Platte von Helmut aus Mallorca wieder aus dem Schrank holen.

WM 2018 ohne Holland: Diese Stars fehlen bei der Weltmeisterschaft in Russland

Arjen Robben (FC Bayern München):

Der Kapitän der Elftal wird nicht nur den Fans des FC Bayern München fehlen. Als Flügelflitzer zeigt er auch in seinem realtiv hohen Alter noch die nötige Spritzigkeit bei seinen berühmten Flankenläufen. Seine Gesundheit wird es ihm danken, dass er im Sommer die Beine hochlegen darf. Immer wieder hat er mit kleineren Blessuren zu kämpfen. Auch wenn die Niederlande immer wieder junge Spieler herausgebracht und eingesetzt hat, war Robben einer der besten bei Oranje. Nach dem Aus in der Qualifikation hat der 33-Jährige seinen Rücktritt aus der Elftal bekannt gegeben

Wesley Sneijder (OGC Nizza):

Auch für Wesley Snejider wäre es das letzte große Turnier gewesen. Wie Robben ist auch er 33 Jahre alt. Im Jahr 2010 hätte er beinahe einen unfassbaren Rekord aufgestellt. Mit seinem damaligen Verein, Inter Mailand, hatte er die Meisterschaft, den Pokal und die Champions League gewonnen. Im WM-Finale gegen Spanien hätte er den vierten Titel einsacken und sich für immer die Rekordbücher schreiben können. Auch er wird sich wohl das orange Trikot nicht mehr überstreifen. 

Robin van Persie (Fenerbahce Istanbul):

Die Fans haben wohl wieder gehofft, dass van Persie fliegend mit dem Kopf ein ähnliches Traumtor erzielt, wie bei der WM 2014 gegen Spanien. Der Wunsch wird leider nicht erfüllt werden. Als Stürmer hat er so einige Abwehrreihen verzweifeln lassen. Doch diesen Sommer kann sich der Linksfuß das Turnier vor dem Fernseher anschauen. In der A-Nationalelf hat er 50 Tore in 102 Spielen geschossen. Wie es scheint, wird er diese Statistik nicht mehr ausbauen wollen. Mit seiner 34 Jahren pausiert er schon seit Ende August und laboriert an einer Knieverletzung. Eine Rückkehr würde Fenerbahce Istanbul im Kampf um die Meisterschaft gut tun, da sie auf Rang drei hinter Galatasaray Istanbul und Basaksehir stehen. 

WM 2018 in Russland: Gruppen, Spielplan und Stadien im Überblick

AnK

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