1:2 in Mainz

Willkommen in der Realität: Werder hadert mit Schwächen

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Werder Bremens Davy Klaassen ärgert sich über eine vergebene Torchance. Foto: Torsten Silz

Auf dem angestrebten Weg nach Europa ist Werder Bremen ins Stolpern geraten. Trotz der schwachen Leistung in Mainz rüttelt Trainer Kohfeldt aber nicht am Saisonziel. Dafür muss die Mannschaft aber wieder ihr Potenzial ausschöpfen.

Mainz (dpa) - Die Stimmung im Werder-Tross auf dem nächtlichen Rückflug nach Bremen war nach der zweiten Bundesliga-Pleite binnen einer Woche im Keller.

"Wir sind wieder in der Realität angekommen und müssen jetzt schleunigst daran arbeiten, wieder das zu spielen, was uns ausmachen soll", befand Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein im Anschluss an den schwachen Auftritt beim 1:2 in Mainz.

Auch Trainer Florian Kohfeldt war ernüchtert über die Vorstellung seiner Mannschaft, die in den ersten Monaten der Saison mit erfrischendem Offensiv-Fußball begeisterte. "Die Situation ist noch nicht besorgniserregend, aber wir müssen einige Dinge klar ansprechen", sagte der 36-Jährige und zählte die Schwächen auf: "Wir haben die erste Halbzeit komplett verschlafen. Punkt. Aus. Ende. Zweikampfverhalten und Passquote waren einfach nicht da. Wir waren nicht griffig, nicht wach. Das hat mir überhaupt nicht gefallen."

Von der erhofften Reaktion nach der 2:6-Klatsche gegen Bayer Leverkusen war nichts zu sehen. Mit Ausnahme der letzten 20 Minuten lief im Spiel der Bremer nichts zusammen. "Das ist jetzt eine schwierige Situation", sagte Claudio Pizarro.

Der 40 Jahre alte Oldie hatte mit seinem Anschluss in der 78. Minute nach den Gegentreffern von Jean-Philippe Mateta (25.) und Jean-Philippe Gbamin (51.) noch einmal Hoffnungen auf zumindest einen Punkt geweckt. Doch am Ende stand nicht nur bei Kohfeldt die bittere Erkenntnis: "Wir haben heute nicht alles in die Waagschale geworfen, was wir können - und das ärgert mich extrem."

Auch Sport-Geschäftsführer Frank Baumann hatte sich die Reise an den Rhein ganz anders vorgestellt. Er vermisste die in den vergangenen Monaten gezeigten Tugenden wie Mut und Aktivität. "Wir waren unkonzentriert, hatten viele Ballverluste, waren lange zu passiv", stellte er enttäuscht fest und schrieb den Profis ins Stammbuch: "Man muss immer ans Limit gehen, um in der Bundesliga erfolgreich zu sein." Kohfeldt hatte ebenfalls Defizite in der Einstellung ausgemacht. "Solche Spiele musst du mit 1000 Prozent angehen, da musst du Schaum vor dem Mund haben", sagte er.

Druck gibt es dennoch nicht. Zumal sich seine Schützlinge einsichtig zeigten. "Wir sind weit genug, um das klar zu analysieren und werden das auffangen können", verkündete Eggestein. "Am Samstag können wir zeigen, was unser Anspruch ist." Dann gastiert Borussia Mönchengladbach an der Weser.

Kohfeldt ist von einer Besserung überzeugt. "Wir werden mit absoluter Sicherheit die Ruhe bewahren und in absehbarer Zukunft auch wieder Bundesligaspiele gewinnen", sagte er zuversichtlich. Vor dem Treffen mit dem Tabellenzweiten wollte der Trainer daher nicht an den ambitionierten Saisonzielen rütteln: "Wir sind immer noch Sechster nach zehn Spieltagen und haben eine top Ausgangsposition für das, was wir uns vorgenommen haben. Wir wollen nach Europa."

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